Dienstag, 6. Februar 2018

Me Too Debatte; HaF am Mo. 5.2.2018:



Macht, Mann,  Missbrauch - was lehrt uns der Fall Wedel?

Wenn man sich die derzeit aktuellen Diskussionen zu diesem Thema, wie auch die HaF-Sendung dazu ansieht, dann geht hier einiges drunter und drüber. Insbesondere bei Ursache und Wirkung wird das wesentliche durcheinander gebracht.

Abgesehen von der einfach mal unterstellten, wohl sehr unterschiedlichen sexuellen Vorstellung bzgl. des sexuellen miteinander von Mann und Frau, geht es bei der eigentlichen Ursache primär um Abhängigkeiten und damit um Macht und Machtausübung, also Missbrauch von und gegenüber Menschen.

Hat man(n) sich schon jemals gefragt, wie es zu diesem „geschlechtsspezifischen, sexistischem“ Machogehabe bei Männern kommen konnte, wenn diese heranwachsenden männlichen Kinder doch überwiegend von Müttern, also Frauen „erzogen“ wurden?! Wie kann es also sein, dass Jungen so heranwachsen, dass sie keinen Respekt vor Frauen haben, wenn sie doch in überwiegender Mehrzahl – zumindest noch vor Jahrzehnten - von Müttern, also von Frauen „auf- und erzogen“ wurden?!
Die Väter waren im Krieg oder hatten eine 50-60 Stunden Arbeitszeit und waren also äußerst selten zuhause. Damit konnten sie zur Kindererziehung, schon mangels Zeit und Anwesenheit sehr wenig beitragen. Der männliche Einfluss bei der Erziehung war also sehr gering.
Wie konnte es also sein, dass sich eine derartige „Haltung“ gegenüber dem weiblichen Geschlecht bei einer in der Mehrheit weiblichen Erziehung entwickelte?!
Von der Logik her, hätten sich die Kinder – in diesem Falle egal ob weiblich oder männlich – durch eine entsprechend „weibliche“ Erziehung niemals so entwickeln können und dürfen, wie es in der Wirklichkeit aber erfolgte?!
Hatten die Mütter u. U. bereits ein völlig falsches „Bild“ von den Geschlechtern, von der Erziehung?! Und woher hatten sie dieses?!

Die Ursache eines derartigen „Frauenbildes“ - ich möchte behaupten „Menschenbildes“ - muss also ganz woanders, als in dem unterschiedlichen Geschlecht liegen.
Und zwar in der Abhängigkeit und damit gegenüber einer Machtausübung derer, die ursächlich für das „werten, bewerten“ zuständig waren und sind. Und dies waren wohl immer schon Männer.
Angeblich weise und wissende, des Lesens und der Auslegungen mächtige. Anfänglich in den Religionen, Kirchen und Klöstern beheimatet.
Mit der Verknüpfung zwischen diesen kirchlichen und weltlichen Herrschern, waren deren Auslegungen die Grundlage eines gesellschaftlichen Miteinanders, in welchem die Männer die Macht und das Sagen hatten. Aus deren „Moralverständnis“ heraus wurden auch die Gesetze entsprechend ausgefertigt und ausgelegt, in welchen das weibliche Wesen als „minderwertiger“ gesehen und beurteilt wurde und deshalb „von dieser moralischen und gesetzmäßigen Natur aus“ unterwürfig und damit „Abhängige/Sklavin“ zu sein hatte.

Diese Art der Machtausübung sah aber nicht nur die Frauen als abhängige, unterworfene Opfer vor, sondern jeden Menschen, den die Mächtigen als „minder“ bewerteten.
Selbst innerhalb des männlichen Geschlechts gab und gibt es Machtexzesse, Opfer und Täter. Genauso wie innerhalb des weiblichen Geschlechts. Es ist also primär nicht eine Frage des Geschlechts, sondern der Macht und Abhängigkeit. Des Wertens und bewerten seinesgleichen.

Von daher ist auch die sogenannte Emanzipationsbewegung der Frauen letztlich zum scheitern verurteilt. Weil sich diese Bewegung primär gegen die Wirkungen wendet und leider auch zu wenig mit der Ursache, nämlich der „Gefangenschaft, der Abhängigkeit, des Sklaventums“ beschäftigt.
Denn nicht nur Frauen waren und sind abhängig, sondern eben auch unemanzipierte Männer. Was bedeutet Emanzipation?

Emanzipation stammt von dem lateinischen emancipatio, was „Entlassung des Sohnes aus der väterlichen Gewalt“ oder auch die „Freilassung eines Sklaven“ bedeutet.

Eman·zi·pa·ti·o̱n
Substantiv [die]
  1. 1.
    der Vorgang, dass sich jmd. aus seiner bisherigen Abhängigkeit von jmdm. befreit.
  2. 2.
    gesellschaftliche Gleichstellung und Gleichberechtigung der Frau mit dem Mann.

Erst wenn Frauen und Männer gleichermaßen emanzipiert sind, sich also aus ihrer Abhängigkeit befreien können, selbstbewusst unabhängig jedweder Äußerlichkeiten, Wertungen und Bewertungen durch ihresgleichen denken und handeln, ergibt sich ein ganz anderer Umgang miteinander. Und zwar auf gleicher Augenhöhe.

Der Gipfel allerdings nach dieser HaF Sendung war, der im Anschluss gesendete Trailer zu der Fernsehserie „Vorstadtweiber“! (ich habe bisher nur hin und wieder einen Trailer dieser Sendung gesehen und das hat mir gereicht!)

Deutlicher und besser kann und konnte man die Verlogenheit bzgl. einer „neutralen, öffentlichen Aufklärungsdebatte“ gar nicht darstellen!
Was zählt ist die Quote, egal ob männlich oder weiblich. Denn dies bedeutet Geld, damit Macht und damit wieder „Auslegungshoheit“. Also wiederum der Versuch Abhängigkeiten zu erzeugen und damit Macht ausüben zu können.




Kommentare:

  1. Hallo Robert,

    ich kann dir nur zustimmen, So lange ich zurückdenken kann, habe ich das Gefühl gehabt, wir Frauen sind das stärkere Geschlecht. Dies haben mir schon meine Großmütter, meine Mutter und meine Schwiegermutter vorgelebt. Meine Tochter und meine Enkelin gehen den gleichen Weg. Allerdings begeben sie sich auch nicht, genau so wenig wie ich, unnötig in Gefahr. Auch mein Sohn und mein Enkel haben nicht das Bedürfnis, im Dunkeln durch die Wälder zu joggen. Die Spitze wird hoffentlich verstanden,

    Herbst

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  2. Sehr geehrte Frau Herbst,
    das muss ja eine interessante und anpassungsfähige Familie sein, die sich nicht unnötig in Gefahr begibt. Ich nehme an, dass sie nicht in Berlin oder in Düsseldorf wohnen, sonst würde ihnen das sehr schwer fallen. Glauben sie denn, diejenigen, die bisher zu Schaden kamen oder umgebracht wurden, haben sich bewusst in Gefahr begeben?
    Besuchen sie noch Weihnachtsmärkte, Volksfeste oder überhaupt Veranstaltungen, wo sich viele Menschen aufhalten? Sicher nicht, da das für sie ja ein unnötiges Risiko wäre.

    Verlangen sie aber nicht von anderen sich genauso duckmäuserisch zu verhalten.
    Genau so schnell wie die kriminellen "Neubürger" reingekommen sind, so schnell können sie auch wieder draußen sein, am besten zusammen mit ihren Gönnern, man muss es nur wollen.
    Ich erwarte keine Antwort von ihnen da ich vermute, sie und ihre Verwandschaft haben sich schon wieder angepasst um sich nicht unnötig in Gefahr zu bringen.
    Viele Grüße
    F. K.

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    1. Werte/r User/in F. K.,

      habe Ihre Antwort an Herbst freigeschalten, auch wenn ich diese nicht für sehr sachlich halte. Deshalb erlaube ich mir auch eine vorbeugende Antwort darauf.

      Also, wenn Sie aus dem Kommentar von Herbst herauslesen, dass sich Opfer bewusst in Gefahr begeben, dann halte ich dies für eine sehr eigenartige Interpretierung. Genauso die Aussage, dass
      es duckmäuserisch sei, wenn man für sich selbst entsprechende Entscheidungen trifft.
      Wie heißt es: „wer sich in Gefahr begibt....“
      Man muss also nicht jede „Herausforderung“ annehmen und deshalb gleich als angepasst oder duckmäuserisch gelten.

      Nicht jeder kann und will Achterbahn fahren. Nicht jeder kann und will Fallschirm springen. Wer dies will und kann, darf und soll dies auch ruhig tun. Diejenigen, die dieses nicht wollen und können für angepasst und duckmäuserisch zu halten, halte ich für eine sehr gewagte These.

      Gruß Robert Kroiß

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  3. Werter Herr Kroiß,
    ich lese aus der Bemerkung "Die Spitze wird hoffentlich verstanden" im Zusammenhang mit "Bedürfnis, im Dunkeln durch die Wälder zu joggen", dass Frau Herbst sich nicht auf Gefahren, die jeder selber vermeiden kann, bezieht.
    Ich lese daraus, dass sie die neu hinzugekommenen Gefahren durch die kriminellen "Flüchtlinge" meint und diesen Gefahren durch Wegducken, Verstecken und Verschweigen aus dem Weg gehen will.
    Sie kann das ja gerne machen, soll aber nicht von Anderen verlangen, dass sie wegen der eingewanderten Gefahr auch nicht mehr im Dunkeln durch die Wälder joggen sollen.
    Viele Grüße
    F.K.

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  4. Ich möchte meine Meinung zur gegenwärtigen Me Too Debatte äußern.

    Zur Situation gegenüber Frauen, verursacht durch einen Teil von Migranten, habe ich kein Verständnis und erwarte geeignete Maßnahmen seitens der Politik diesen Zustand umgehend zu beseitigen.

    Die eigentliche Debatte, ausgelöst durch die bisher nicht bewiesenen Vorwürfe gegen den Regisseur Wedel,halte ich für überzogen.
    Ich habe in meiner mehr als 40 jährigen Berufstätigkeit überwiegend mit Männern zusammen gearbeitet und kann mich nicht erinnern irgendwelchen Situationen ausgeliefert gewesen sein, die ich nicht wollte. Es liegt doch in der Natur der Dinge, dass jede normal empfindende Frau gerne Komplimente auch von fremden Männern, egal ob Kollegen, Freunden oder Bekannten, erhalten wollen. Was Komplimente sind und wie weit ich als Frau diese zulasse, bestimme ich. Jede Frau kann eindeutige Stoppsignale setzen, wenn Männer zu weit gehen.
    Zurück zur Debatte in der Sendung. Ich zweifle die Anzahl von Gewalt auf Frauen allgemein an, zumindest wenn ich mein Umfeld betrachte und diesbezüglich mich mit Freundinnen unterhalte.
    Kann auch sein, weil wir aus der DDR kommen und dort die Emanzipation/ Gleichberechtigung der Frauen eine Andere war, als jahrelang in der BRD. Ich hatte es für einen Witz gehalten, dass Frauen bis 1974 ihren Mann fragen mussten berufstätig zu werden.
    Wenn ich dann noch einige Einträge im Gästebuch bei H a. F lese, verstärken sich meine Zweifel erst recht, ich kann sie einfach nicht nachvollziehen.

    Eine interessierte Leserin

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