Freitag, 21. August 2026

Mein Freund und die Altersversorgung

Mein Freund hat mal wieder Talkshow geschaut und sich Fragen gestellt.

Wer bezahlt eigentlich unsere Altersversorgung?

Ein paar Gedanken zu den Diskussionen – auch in diversen Talkshows – über Rente, Pensionen und Gerechtigkeit

Wenn es um die Zukunft unserer gesetzlichen Rente geht, wird immer wieder dieselbe Frage gestellt:

„Wer soll das alles bezahlen?“

Zu wenige Beitragszahler, zu viele Rentner, der demografische Wandel – und immer wieder die Warnung, dass die Rentenversicherung ohne erhebliche Zuschüsse des Staates nicht auskommen könne.

Doch genau hier beginnt für mich eine interessante Frage:

Warum wird eigentlich immer nur bei der gesetzlichen Rente so ausführlich darüber gesprochen, wer was und wen finanziert?

Die gesetzliche Rentenversicherung erhält seit Jahrzehnten erhebliche Mittel aus dem Bundeshaushalt. Diese Mittel stammen letztlich aus den Einnahmen des Staates – also insbesondere auch aus Steuern, die von der Allgemeinheit getragen werden.

Und dazu gehören selbstverständlich auch Menschen, die bereits Rente beziehen und weiterhin Steuern zahlen.

Gleichzeitig werden die Pensionen der Beamten grundsätzlich aus den öffentlichen Haushalten finanziert – also ebenfalls aus den Einnahmen des Staates und damit letztlich aus den Mitteln der Allgemeinheit.

Warum werden diese unterschiedlichen Finanzierungssysteme in der öffentlichen Diskussion so selten oder eigentlich kaum gegenübergestellt?

Bei der Rente heißt es ständig:

„Die Beitragszahler können die Renten der Zukunft nicht mehr finanzieren.“

Bei den Pensionen wird dagegen wesentlich seltener gefragt:

„Wer finanziert eigentlich die Pensionen – und wie werden diese Versorgungsansprüche letztlich von der Allgemeinheit getragen?“

Dabei wäre genau diese Frage doch zumindest einmal grundsätzlich zu stellen.

Der Staat finanziert über seine Einnahmen zahlreiche Aufgaben. Dazu gehören auch die Bundesmittel für die gesetzliche Rentenversicherung – ebenso wie die Versorgung der Beamten.

Warum wird also bei der Rente so häufig der Eindruck vermittelt, ihre Finanzierung müsse vor allem anhand des Verhältnisses von Beitragszahlern und Rentnern beurteilt werden, während bei Pensionen die entsprechende Frage nach der Finanzierung durch die Allgemeinheit kaum gestellt wird?

Noch interessanter wird es bei der Forderung, Beamte beziehungsweise grundsätzlich alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen.

Immer wieder hört man das Argument, dadurch würden zusätzliche Rentenansprüche entstehen und der Staat müsse deshalb am Ende noch mehr bezahlen.

Natürlich entstehen durch zusätzliche Beiträge auch zusätzliche Rentenansprüche.

Aber kann man diese zusätzlichen Ansprüche isoliert betrachten?

Denn bei einem solchen Systemwechsel würden gleichzeitig bestehende Versorgungsansprüche nicht einfach verschwinden. Über einen langen Übergangszeitraum müssten deshalb möglicherweise sowohl bestehende Pensionsverpflichtungen als auch neu entstehende Rentenansprüche berücksichtigt werden.

Gerade deshalb ist die Aussage „Dann entstehen doch nur zusätzliche Kosten“ für sich allein betrachtet keine vollständige Rechnung.

Man müsste vielmehr das gesamte System betrachten:

Welche Beiträge fließen künftig hinein? Welche Ansprüche entstehen dadurch? Welche bisherigen Ansprüche bestehen weiter? Welche staatlichen Leistungen entfallen oder verändern sich?

Wer nur die zusätzlichen Kosten betrachtet, aber die Veränderungen auf der anderen Seite nicht berücksichtigt, betrachtet eben nicht das gesamte System.

Und dann ist da noch ein Wort, das in nahezu jeder Diskussion irgendwann auftaucht:

Gerechtigkeit.

Gerechtigkeit wird häufig dann zum Argument, wenn sie die jeweilige eigene Argumentation unterstützt.

Aber müsste Gerechtigkeit nicht gerade bedeuten, dass vergleichbare Sachverhalte nach vergleichbaren – möglichst gleichen – Maßstäben beurteilt werden?

Wenn bei der gesetzlichen Rente ständig gefragt wird:

„Wer zahlt was für wen?“

dann müsste dieselbe Frage doch auch bei anderen staatlich finanzierten Alterssicherungssystemen gestellt werden.

Und wenn die Finanzierung der gesetzlichen Rente durch Bundesmittel als Problem dargestellt wird, müsste man konsequenterweise auch offen darüber sprechen, dass Pensionen aus öffentlichen Haushalten finanziert werden.

Es geht mir dabei ausdrücklich nicht darum, Rentner gegen Pensionäre oder Arbeitnehmer gegen Beamte auszuspielen.

Es geht um Transparenz – und um einen einheitlichen Maßstab.

Vielleicht sollten wir deshalb nicht nur fragen:

„Wie viele Beitragszahler kommen künftig auf einen Rentner?“

Sondern vielmehr:

„Wie viel kostet die gesamte Altersversorgung unserer Gesellschaft – wer finanziert sie und nach welchen Regeln werden die Ansprüche verteilt?“

Denn erst wenn wir Renten, Pensionen, Steuermittel und staatliche Zuschüsse gemeinsam betrachten, können wir wirklich über Fairness, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit sprechen.

Und noch ein letzter Gedanke zur Demografie:

Heute wird häufig auf die wachsende Zahl älterer Menschen und die damit verbundenen Belastungen hingewiesen.

Doch demografische Entwicklungen sind keine Einbahnstraße. Die Bevölkerungsstruktur verändert sich ständig.

Wenn die derzeitigen demografischen Entwicklungen langfristig anhalten, wird es – wenn auch erst zu einem späteren Zeitpunkt – auch wieder weniger Menschen geben, die Altersversorgungsleistungen beziehen.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass die heutigen Probleme dadurch verschwinden. Es bedeutet aber, dass man vorsichtig sein sollte, aus einer gegenwärtigen demografischen Situation dauerhafte Schlussfolgerungen für alle kommenden Generationen abzuleiten.

Am Ende bleibt für mich deshalb eine einfache Frage:

Wenn wir über Gerechtigkeit bei der Altersversorgung sprechen – warum betrachten wir dann nicht alle Versorgungssysteme mit demselben Maßstab und legen bei allen offen dar, wer sie letztlich finanziert?

Vielleicht wäre genau das der ehrlichere Ausgangspunkt für eine sachliche und wirklich faire Diskussion über die Zukunft unserer Altersversorgung.



Samstag, 25. Juli 2026

Laschet bei Illner

 Mein Freund hat gestern mal wieder Illner geschaut:

„Wir haben jahrelang abgerüstet. Das war und ist die Friedensdividende, die wir anderweitig verwendeten.“ So Armin Laschet sinngemäß ab Min. 46:10
Jetzt stellt sich bloß die Frage, wo genau und in welchen Händen landete die Friedensdividende, die Milliarden, die nicht mehr in die Verteidigung investiert wurden?!
 
Also in der Infrastruktur landeten sie nicht! Im Gesundheits- und Pflegesystem landeten sie nicht! Im Renten- und Sozialsystemen landeten sie nicht! Im Bildungssystem landeten sie nicht! Im Wohnungsbau landeten sie nicht! Im Energiesystem landeten sie nicht! Im Digitalen und der KI landeten sie nicht! Und in der Verteidigung ja sowieso nicht.

Denn sonst hätten wir doch heute nicht genau die Probleme und die miese Lage, in der wir uns befinden, die alle beklagen und nun endlich wieder mit Milliarden - die aus der Friedensdividende dann wohl doch nicht zur Verfügung standen und anderweitig verwendet wurden?! -, allerdings Schulden lösen wollen?! 
 
Also wohin genau sind die Milliarden aus der Friedensdividende, der nicht mehr notwendigen Verteidigungsinvestitionen geflossen?!


Freitag, 22. Mai 2026

Meine Antwort auf die Antwort der CDU/CSU vom 22.5.2026

 Sehr geehrte Damen und Herren des Teams Bürgerkommunikation, 

zunächst bedanke ich mich für Ihre Antwort. Sie werden aber sicher verstehen, dass ich auch diese nicht unbeantwortet und so stehen lassen kann.

Es ist mit dieser Ihrer Antwort ebenso wie bei dem – von Herrn Spahn dann beendetem – Schriftwechsel zwischen Herrn Spahn und mir, in welchem mir nun wiederholt dargelegt wird, dass und was man bezüglich der WIRKUNGEN versucht zu unternehmen, zu korrigieren und bestenfalls in eine positive Richtung zu lenken.
Weder Herr Spahn noch Sie jetzt gehen auf die eigentliche/n Ursache/n ein, welche immer entsprechende Wirkungen nach sich ziehen.

Da kann es doch auch für Sie nicht verwunderlich sein, dass diese eine Partei, die sie/Sie in deren Stimmenanteil (derzeit noch nur bei Umfragen) halbieren wollten nun die Partei mit dem höchsten Stimmenanteil ist?! Denn auch beim Umgang mit dieser Partei wird ständig nur an den Wirkungen „gebastelt“. Anstatt endlich mal nach der Ursache zu fragen, welche diese Wirkungen hervorgebracht hat.

Sie wiederholen nun ebenfalls nur, dass „der Kuchen – die Wirtschaftsleistung“ erhöht, also größer werden muss, damit sie/Sie ihrer Aufgabe auch nachkommen können.
Unbestreitbar, selbst für sie dürfte doch sein, dass „der Kuchen – die Wirtschaftsleistung“ auch unter ihrer Mitwirkung, Führung in den letzten Jahrzehnten ständig gewachsen war. Man hat sich dafür ja dann auch häufig genug auf die eigene Schulter geklopft.
Selbst wenn diese derzeit stagniert oder sogar rückläufig ist, dann haben u. a. doch auch sie ständig mit und für dieses positive, als auch negative Wachstum gesorgt. (aktuelle Nachrichtenmeldung: das Wirtschaftswachstum steigt!)
Also genau dafür, dass „der Kuchen“ immer größer wurde. Als Voraussetzung für einen funktionierenden Sozialstaat?!

Wie erklären sie sich selbst, mir und dem deutschen Volk dann bitte, dass wir derzeit mit dem Sozialstaat größere Probleme (so groß wie nie) haben, als in den früheren Jahrzehnten?! Wenn sie doch genau das taten und umsetzten, was sie heute wieder als unverzichtbare Notwendigkeit darstellen?!
Wie konnte andererseits dann eine absolute Minderheit so reich werden wie niemals (also größere Anteile vom Kuchen bekommen, unabhängig von der tatsächlichen Größe „des Kuchens“) zuvor?!

Und kommen sie mir jetzt bitte nicht wieder mit den verschiedenen Koalitionspartnern, den Kompromissen, die sie widerwillig eingehen mussten (was ja bereits wieder eine Wirkung nach sich zieht) oder mit den verschiedenen Krisen und Wirkungen, welche von außen auf uns zukommen und kamen. Ich bin Jahrgang 1949 und habe die ganzen Jahrzehnte selbst miterlebt und kenne alle Daseinssituationen in diesem Lande.

Konnten sie dann nicht, was sie wollten oder wollten sie nicht, was sie eigentlich gekonnt hätten, gekonnt haben müssten? Denn genau dafür – die Probleme zu lösen, das Land in eine bessere Zukunft zu führen) ließen sie/Sie doch in die Ämter und Posten wählen?!

Dabei habe ich jetzt noch gar nicht davon gesprochen, was in diesem Lande los wäre, wenn es nicht all die Ehrenamtlichen gäbe. Ich habe auch noch nicht davon gesprochen, dass „Mathematik und Demographie“ auch Abgeordnete und Beamte betrifft. Bei welchen man auch erst gar nicht nach Möglichkeiten sucht, das Thema (soziale) Gerechtigkeit anzusprechen. Also nicht nur die Rentenversicherten sind von der Mathematik und Demographie und „äußeren Umständen“ betroffen! Sondern jeder Mensch, wir alle.

Tut mir leid. Auch wenn ich für ihre Antwort dankbar bin. Eine tatsächliche Antwort auf meine Mail ist auch ihre Antwort nicht.

Mit freundlichen Grüßen


Robert Kroiß

PS: und seien sie nach den nächsten Wahlen nicht überrascht, wenn diese unsägliche Partei – welche sie halbieren wollten - nicht nur den größten Stimmenanteil bekommt, sondern dann tatsächlich auch noch an bestimmte Stellen der Macht kommt und dann – damit auch durch sie und ihre Handlungsweisen - in die Lage versetzt wurde, nicht mehr nur Opposition zu betreiben. Sondern dann evt. auch noch umsetzen kann, was wirklich niemand wollen – und die Mehrheit vmtl. auch gar nicht will – kann.
Und noch eine kleine Randbemerkung: ich habe in der Vergangenheit auch schon andere „Verantwortliche“ anderer Parteien angeschrieben. Damit nicht der Eindruck entsteht, ich wolle nur gegen die CDU/CSU „wettern“. Allerdings auch mit demselben Erfolg. Nämlich dass man stets darauf hinwies, was man schon alles unternommen und getan habe (also Wirkungen zu korrigieren), damit es in Zukunft alles besser wird. 
Auf die eigentliche Ursache kam und kommt scheinbar niemand in Amt und Würde?!












Antwort der CDU/CSU Team Bürgerkommunikation vom 21.6.2026

 
CDU·CSU-Bundestagsfraktion Bürgerkontakt<Buergerkontakt@cducsu.de>

​Sie​
Sehr geehrter Herr Kroiß,
 
vielen Dank für Ihre Zuschrift an den Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion, Jens Spahn, auf die wir in seinem Auftrag gerne antworten.
 
Die von Ihnen angesprochene Kuchenmetapher steht v.a. dafür, dass für Jens Spahn Wirtschaftswachstum von zentraler Bedeutung für die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme ist. Er vertritt die Auffassung, dass stabile und leistungsfähige Systeme der Rente, Kranken‑, Pflege‑ und Arbeitslosenversicherung ohne ausreichendes Wachstum auf Dauer nicht gesichert werden können. Wachstum sorgt aus seiner Sicht dafür, dass mehr Menschen beschäftigt sind und höhere Einkommen erzielen, wodurch die Beitragseinnahmen steigen. Gleichzeitig steigen mit wachsender Wirtschaftsleistung auch die Steuereinnahmen, was dem Staat zusätzliche Spielräume eröffnet, um Zuschüsse zu den Sozialkassen zu leisten oder Reformen abzufedern.
 
Insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels – einer alternden Gesellschaft mit steigenden Ausgaben für Rente und Pflege – sieht er wirtschaftliches Wachstum als entscheidenden Faktor, um die Finanzierungslasten tragfähig zu halten. Nur durch eine wachsende Wirtschaft lasse sich langfristig der Wohlstand sichern und zugleich die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme gewährleisten.
 
Darüber hinaus argumentiert Jens Spahn, dass bereits geringe zusätzliche Wachstumsraten erhebliche Einnahmeeffekte erzeugen können, da ein höheres Bruttoinlandsprodukt zu deutlich steigenden Steuereinnahmen führt. Insgesamt betrachtet er Wachstum damit nicht als einen von mehreren Faktoren, sondern als den zentralen Hebel, um die finanzielle Stabilität des Sozialstaats zu sichern und steigende Beiträge oder Leistungskürzungen zu begrenzen.
 
Gleichzeitig darf Wachstum – sprich der wachsende Kuchen -  aber in der Tat nicht die Triebfeder für den Ausbau immer weiterer staatlicher Leistungen sein. So verfolgen CDU/CSU mit den aktuellen Reformen des Sozialstaates und des Steuersystems vor allem das Ziel, die finanzielle Tragfähigkeit des Sozialstaats dauerhaft zu sichern und gleichzeitig die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Beide Reformbereiche sind dabei eng miteinander verknüpft.
 
Kern des Ansatzes ist, durch wirtschaftsfreundliche Maßnahmen – etwa Steuersenkungen, Bürokratieabbau und Entlastung von Unternehmen sowie Beschäftigten – das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Dieses Wachstum soll wiederum die Einnahmebasis der Sozialversicherungen verbreitern, da mehr Beschäftigung und höhere Löhne auch höhere Beiträge und Steuereinnahmen bedeuten. Wie bereits erläutert sehen CDU/CSU darin die entscheidende Voraussetzung, um steigende Ausgaben insbesondere durch den demografischen Wandel (mehr Rentner, höhere Gesundheits- und Pflegekosten) bewältigen zu können.
 
Gleichzeitig zielen die Reformen des Sozialstaats darauf ab, die Systeme effizienter, nachhaltiger und demografiefest zu machen. Dazu gehören Maßnahmen, die Ausgaben dämpfen, Anreize zur Aufnahme von Arbeit stärken und die Eigenverantwortung erhöhen. Kurzfristige Finanzierungslücken sollen zwar notfalls durch staatliche Zuschüsse oder Sparmaßnahmen geschlossen werden, langfristig soll jedoch ein strukturelles Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben erreicht werden.
 
Ein weiteres Ziel ist die Begrenzung der Belastung durch Steuern und Sozialabgaben. CDU/CSU warnen vor zu hohen Abgabenquoten, die Arbeit und Investitionen unattraktiv machen könnten, und streben daher eine Stabilisierung oder Senkung dieser Belastungen an. Dies sehen wir als Voraussetzung dafür, um Wachstum zu ermöglichen und damit indirekt auch die Finanzierung des Sozialstaats zu sichern.
 
Zusammengefasst verfolgen CDU/CSU also mit ihren Reformen das strategische Ziel, einen leistungsfähigen, aber finanzierbaren Sozialstaat zu erhalten, der auf einer wachsenden Wirtschaft, stabilen öffentlichen Finanzen und begrenzten Abgaben basiert.
 
Sehr geehrter Herr Kroiß, insbesondere vor diesem Hintergrund danken wir Ihnen noch einmal für die Übersendung Ihrer Kritikpunkte und hoffen, dass diese Informationen und Argumente für Sie von Interesse sind. Für weiterführende Hintergründe zur aktuellen politischen Arbeit der Unionsfraktion empfehlen wir Ihnen auch unsere Inhalte auf der Fraktionswebsite (www.cducsu.de), auf Facebook (www.facebook.com/cducsubundestagsfraktion) und X (www.x.com/cducsubt).
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Ihr
Team Bürgerkommunikation

Donnerstag, 7. Mai 2026

Offener Brief an Jens Spahn



Sehr geehrter Herr Spahn,

jetzt erzählen Sie seit Jahren immer noch und immer wieder dieselbe Metapher von der Notwendigkeit, dass der „Kuchen“ größer werden müsse, damit die „Sättigung“ erfolgreich wäre?!

Ich darf Sie daran erinnern, dass wir vor ca. 7/8 Jahren bereits einen Schriftwechsel und eine Diskussion dahingehend hatten, auch bzgl. (sozialer) Gerechtigkeit, welche/n Sie dann – meine letzte Antwort unbeantwortet lassend – beendeten. (habe gerade gesehen, dass wir bereits schon im Jahre 2012 dahingehend einen Schriftwechsel hatten)

Gestern, am 6.5.2026 bei Maischberger erzählten Sie nun wieder die Story vom notwendig werdenden „größeren Kuchen“, damit die „Sättigung“ möglich wäre.

Seit Jahren in Ihrer Tätigkeit, dabei die verschiedensten Positionen und Ämter bekleidend, auch in Regierungsverantwortung widerlegen Sie selbst Ihre eigene „These“ des immer größer werdenden „Kuchens“ als DIE Lösung.

Wir hatten noch nie einen so großen Bundeshaushalt (Kuchen), wenn auch mit Schulden finanziert – zu welchem u. a. auch Sie mit beigetragen haben - wie heute. Aber die „Sättigung“, also die Lösung der Probleme war noch nie so schwierig, bzw. scheinbar inzwischen immer unlösbarer, der „Hunger“ (die Probleme) dabei immer größer werdend?
Sie/sie haben so viel Kapital zur Verfügung wie niemals zuvor, also den größten „Kuchen“ aller Zeiten!

Die Frage also, wie groß der „Kuchen“ zur „Sättigung“ ist – egal ob in der Wirtschaft oder im Bundeshaushalt – kann demnach weder die Ursache, noch die Lösung sein?

Die tatsächlich entscheidende Frag (Ursache und Wirkung) ist die Frage der „Ver-/Aufteilung“ des vorhandenen „Kuchens“, unabhängig seiner Größe und an welchem alle, in welcher Art und Weise auch immer „mitgebacken“ haben, unter all denen, die sich am „Tisch“(Land) befinden.

Und jetzt kommt das Entscheidende. Sie und ihresgleichen sind ja nicht primär die „Bäcker“. Sondern Sie und ihresgleichen sind diejenigen, die das „Kuchenmesser und den Tortenheber“ bedienen. Sie und ihresgleichen schneiden die Kuchen- und Tortenstücke zu und verteilen diese dann nach ihrem „Verständnis von Recht und (sozialer) Gerechtigkeit“. Deshalb spielt die Größe des vorhandenen „Kuchens“ gar nicht die entscheidende Rolle, sondern die Auf- und Verteilung des selbigen. Wenn Sie/sie die eine Hälfte des „Kuchens“ aber bereits schon an eine Handvoll „Hungriger“ – die am lautesten schreien und auch ein entsprechendes „Stimmvolumen (Macht)“ haben - verteilen, können die „Kuchenstücke“ für die andere Hälfte der „Hungrigen“ ja gezwungenermaßen nur viel kleiner ausfallen und ggf. dann eben für eine „Handvoll“ überhaupt nichts mehr zum auf- und verteilen da sein.

Ich garantiere Ihnen, selbst wenn der „Kuchen“ noch viel größer werden sollte – selbst mit weiteren Schulden -, wird er bei dieser Art des Verteilens nicht reichen, um all die „Hungrigen“ zu sättigen. Weil es eben von der Auf- und Verteilung, von der Größe der „Kuchenstücke“ und nicht von der Größe des gesamten „Kuchens“ abhängt.

In einer früheren Illner Sendung haben Sie sich schon mal dazu „verleiten“ lassen und die Frage der (sozialen) Gerechtigkeit selbst in den Raum gestellt.
Genau da müssten Sie ansetzen und weitermachen. Dann erübrigt sich Ihre Metapher von dem notwendig größer werdenden „Kuchen“ ganz von selbst.




Mit freundlichen Grüßen

Robert Kroiß