Montag, 20. März 2017

Anne Will vom 19.3.2017



Wenn Populisten über Populismus „diskutieren“!

Habe mir die Sendung extra nochmals in der Mediathek angesehen, da ich das, was in dieser Sendung gesagt wurde, so nicht erwartet hatte. Dazu muss man sich einfach mal die entsprechenden Aussagen, welche in "der Sache" ausgesprochen wurden anhören. Die Selbstentlarvung der Populisten in einer Sendung über Populisten war so nicht zu erwarten.
Was ich damit meine, sollte man sich evtl. nochmals selber anhören. Auch wenn ich es ziemlich wortgetreu wiederzugeben versuchte.
Einfach mal ab ca. Min. 28:06 Herrn Röttgen zuhören! [[ „dies ist eine Geringschätzung, Diffamierung einer Verantwortlichkeit, die man gegenüber der Situation hat. Also nochmal. Es ist doch wirklich der einfachste Fall, jetzt auch auf *….......(Erdogan) draufzuhauen, sich damit zu profilieren, wie schlimm und unerträglich das alles ist usw.! Das ist nun wirklich das einfachste im Politikerhandwerk, was man aufbieten kann und der Applaus ist gesichert! Also dies ist die einfache Nummer!“ ]]

Und ab ca. Min. 33:02 trifft Röttgen wieder eine sehr „interessante“ Aussage! [[ „nicht jetzt sagen wir. Ich finde es ganz wichtig, auch übrigens außenpolitisch ganz wichtig. Nicht dass wir es sind, die sagen, weil der *.........(Erdogan) sich so benimmt, schlagen wir euch *...... (türkischen BügerInnen) die Tür zu nach Europa. Das wäre fatal! Und darum müssen wir es auch so richtigerweise präsentieren, dass es in der Hand der *.......(türkischen) Wähler liegt! Ihr entscheidet darüber, nicht wir machen euch die Tür (durch Sanktionen, eigene Anmerkung) zu!“ ]]

An dieser Stelle * ..... einfach beliebiges Land und Herrscher einsetzen. Bei Röttgen allerdings am besten Russland und Putin. Dann wird deutlich, wie verlogen dies alles ist! Treffender könnte Röttgen sich und seine populistischen Ansichten gar nicht darlegen. 

Beim türkischen Volk will er die das Land betreffende/n Entscheidung/en in die Hände des betroffenen Volkes legen?! Bei der Krim, der Ukraine und Russland interessiert ihn das Volk und dessen Wille nicht im geringsten! Sondern da steht das "eigenen politische Interesse" im Vordergrund!

Dazu passt dann auch das, was Herr Baum ab ca. Min. 18:30 im Bezug auf "rechtlich, das Recht" und die Politik sagt. [[ „aber ich meine, wir müssen das politisch sehen. Wir können das nicht rechtlich sehen und irgendwo kann der Punkt kommen, wo wir sagen, jetzt ist Schluss!“]]
Wenn „man“ also das „rechtliche, das Recht“ nicht sehen kann und darf, sondern das primär oder gar "nur" das „politische“, dann führen sich all die „gutgemeinten“ Ratschläge an andere Länder und Herrscher, insbesondere im bestreben des Erreichens „unserer“ Werte ad absurdum! Denn Politik ist interessengeleitet und macht sich „das eigene Recht“! Deshalb kann das „rechtliche, das Recht“ wohl auch „hinten anstehen“, wenn es um die „eigene Politik“ geht! Dann will man in Wahrheit wohl weder "Demokratie, noch Recht" vermitteln. Sondern nur die "eigene Politik" und deren Interessen!

Dass dies ein „Verfassungsrechtler“ mal so deutlich und in aller Öffentlichkeit sagen würde, war für mich das „Highlight“ dieser Sendung!

Bei all den Jubelarien bzgl. des Siegeszuges der "Demokratie" und der "westlichen Werte" wird für mich immer offensichtlicher, dass wir ständig das Märchen von "des Kaisers neue Kleider" zu hören bekommen. Die Angst bei den Herrschenden geht um und wird immer offensichtlicher. Fehlt eben nur noch der Ausruf und die Stimme aus der Menge des Volks: "der ist ja nackt", bzw. "die sind ja alle nackt"! Aber sie haben sich entschieden, dies auszuhalten und die "Prozession" fortzusetzen!




1 Kommentar:

  1. Mir ist es sehr schwer gefallen die Sendung überhaupt bis zum Ende anzuschauen.
    Für mich ist Röttgen eine Zumutung auch für dieser Talk Sendung. Wie er ständig das Wort ergreift und einfach Realitäten im wahren Leben verschweigt oder beschönigt ist unfassbar.
    Erdogans Verhalten, also die Nazivergleiche und der Streit um Wahlkampfauftritte, zeigt vor allen die Unterschiede auf, wie die europäischen Staaten überhaupt ticken. Es gibt praktisch keine Solidarität, nur Eigeninteressen.
    Beispiele:
    Die Bundesregierung ignoriert ein niederländisches Hilfeersuchen und gibt einer türkischen Ministerin freies Geleit zu einem verbotenen Propagandaauftritt in Rotterdam.
    Im ÖRF wird zugelassen, dass ein Regierungsmitglied Erdogans ganz offen in türkischer Sprache Propagandabotschaften an seine Landsleute verbreiten darf und der Kanzleramtsminister lässt das wie ein degradierter dummer Junge zu ohne einzuschreiten.
    Brüssel selber produziert nur nichtssagende Mäßigungsappelle an Erdogan, die dieser sofort nicht für voll nimmt, denn sie beinhalten keinerlei Sanktionsdrohung.
    Was sagt uns Röttgen und auch Baum nicht?
    Die Integration von Hunderttausenden Türken ist gescheitert, selbst wenn sie Jahrzehnte hier leben.
    Die Priorität hat Erdogan, diesen folgen sie, eine Stärke, welche Erdogan voll ausnutzt und unsere Politiker stehen wie erpressbare Dorftrottel dem gegenüber.
    Eine treibende dieses Zustandes ist die von Ankara ferngesteuerte Ditib mit ihrem direkten Propaganda-Zugriff auf die Moscheegänger und sogar von Schülern. Warum werden diese Aktivitäten nicht sofort verboten und immer noch mit Steuergeld und Staatsverträgen untermauert?
    Säkulare Türken, die nach dem GG leben und dieses verteidigen, werden wie Stiefkinder behandelt und nicht vor Erdogan Anhänger sicher geschützt.
    Eigentlich braucht die Türkei Deutschland, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Unsere Politikdarsteller lassen sich erpressen und das hat Gründe.
    Einmal ist es der Flüchtlingsdeal, mit dem vorangehend Merkel und die EU die Flüchtlingsströme an die Türkei delegiert hat.
    Der unbeugsame Wille eine verfehlte Nato-Strategie unbedingt beibehalten, nämlich eine Annäherung der Türkei und Russlands zu verhindern. Röttgens Lieblingsthema, denn er ist und bleibt der kalte Krieger, wenn es gegen Russland geht. Nicht einmal die VSA halten an dieser nicht mehr zeitgemäßen Linie fest.
    Man sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass tatsächlich eine Nicht-Integrationspolitik in Deutschland vorhanden ist und diese durch Erdogan massiv unterstützt wird.
    Auch Deutschland und seine Menschen haben das Recht, darauf aufmerksam zu machen.
    Wir brauchen keinen Staat im Staat, erst recht nicht, wenn er von unserer säkularen Auffassung abweicht und eine rückwärtsgewandte Religion zum Leitbild hat.

    AntwortenLöschen