Samstag, 7. März 2015

Die Wahrheit ist eine unzerstörbare Pflanze. Man kann sie ruhig unter einen Felsen begraben, sie stößt trotzdem durch, wenn es an der Zeit ist
Frank Thiess

ralf.nietzschmann@web.de Nickname: Erster Karl

Unterstützer von Campact https://www.campact.de/

Ralf Nietzschmann für den Stammtisch /Arbeitskreis in Anlehnung an die Nachdenkseiten (NDS)

Posting zum Thema: Was ist Wahrheit ?

Liebe Freunde des Stammtisch/ AK Leipzig, liebe Bekannte liebe Blogfreunde, verehrte Leser,
einige meiner Freunde vom AK baten mich, eine Zusammenfassung zur Ukraine und zum Mord an B. Nemzow zu schreiben. Dabei zählen sie auch auf meine Recherchearbeit, außerhalb der Qualitätsmedien.Der Tenor allgemein, was ist wahr, was ist Propaganda, wem kann man glauben?
Ich will es versuchen, bemerke aber vorab, dass natürlich meine persönliche Meinung unvermeidlich hier einfließen wird. Ob diese Meinung objektiv oder subjektiv ist, muss jeder für sich selber entscheiden.
Was ist Wahrheit in Zusammenhang mit der Ukraine und den Mord an Nemzow?
Ist es die Übereinstimmung mit der Wirklichkeit?
Ist es eine Tatsache, die aber näher beleuchtet werden muss, um der Wahrheit ein Stück näher zu kommen?
Beides ist fast unmöglich, als politisch nachdenkender Mensch abschließend beurteilen zu können.
Ich bin aber überzeugt, dass Frank Thiess mit seiner Aussage:
Die Wahrheit ist eine unzerstörbare Pflanze. Man kann sie ruhig unter einen Felsen begraben, sie stößt trotzdem durch, wenn es an der Zeit ist
auch in diesem Fall recht hat, wenn auch zeitlich nicht vorausschaubar.
Ukraine
Ich beginne mit dem 22. Februar 2014.
Nach seit Monaten schwellenden Protest in der Ukraine und vorallen in Kiew gegen eine zweifelsfrei korrupte Regierung unter Janukowytsch, wurde diese am 22. Februar durch einen Putsch abgelöst und später durch eine provisorische Regierung ersetzt.
Vorausgegangen war ein bis heute nicht aufgeklärtes Massaker auf dem Maidan.
Die mit Vertretern der Europäischen Union, auch Steinmeier gehörte dazu, mit Janukowytsch ausgehandelte Vereinbarung wurde zur Makulatur.
Die Vereinbarung sah die die Bildung einer vorübergehenden Koalition der Nationalen Einheit vor und sollte vorbereitend Neuwahlen organisieren. Diese so abgesprochene Vereinbarung kam nicht zustande. Die Verhandlungsführer wurden regelrecht von den Hintermännern, die vollkommen andere Interessen vertraten, vorgeführt.
Die Flucht Janukowytschs war eine Folge dieser Ereignisse, wenn auch wiederum in den meisten Qualitätsmedien dem widersprochen wird.
Mittlerweile weiß man nachweislich durch nicht gefälschte Nachrichten im Internet einzusehen, dass die VSA mit Milliardenunterstützung eine ihr angenehme Regierung nach dem 22. Februar an die Macht verholfen hat. Ich möchte hier nur auf das Obama Interview bei der BBC und auf den Mitschnitt eines Gespräches mit Amerikas Krawall-Diplomatin V. Nuland "Fuck the EU." hinweisen.
Mittlerweile wurde auch bekannt, dass am 22.Feb.1914 der Flugzeugträger “George Bush”, samt Begleitgeschwader Richtung Krim unterwegs war. Zufall? Schwer zu glauben, auf Grund der nun bekannten Ereignisse.
Die sofortige Installation der VSA genehmen Regierung konnte nur erfolgen, indem man das Massaker vom Maidan zum Anlaß nahm.
Mittlerweile weiß man zuverlässlich, dass die Schüsse auf dem Maidan nicht nur von der Janukowytsch Polizei abgegeben wurden, sondern auch von der rechts und faschistisch ausgerichteten Seite auf dem Maidan, deren Anführer heute direkte oder indirekte Regierungsverantwortung mit tragen. An einer Aufklärung der Morde, zeigt die Poroschenko Regierung und der Westen allgemein kein Interesse. Warum wohl? Diese Frage muss man sich ganz einfach stellen, um die weiteren Vorgänge im Ukrainekonflikt zu begreifen und zu bewerten. Zum Vorgängen mit den Schüssen auf dem Maidan und den Scharfschützen gibt es wiederum genügend Beweise, dass die kolportierte Meinung der Qualitätsmedien und unserer Politiker widerlegt. Für diese ist nach wie vor klar, dass nur Janukowytsch verantwortlich ist.
Eine nicht hinnehmbare Haltung auch hinsichtlich der Wahrheitsfindung.
Einräumen muss ich hier allerdings, dass durchaus in wenigen Qualitätsmedien die aufgetretenen Zweifel an der offiziellen Darstellungen Thema waren, zum Beispiel bei Monitor in der ARD und das schon zeitnah nach dem Ereignis.
Die nun amtierende Regierung, durchsetzt mit rechtsnationalen und faschistischen Elementen, begann mit dem Verfassen von sofortigen Erlassen ihre Arbeit Ich bleibe dabei, dass diese Regierung bis heute mit rechtsnationalen und faschistischen Personen zum Teil besetzt ist. Bestes Beispiel ist MP Jazenjuk, von den es Bildmaterial gibt, wo er seine Anhänger eindeutig mit dem Nazigruß grüßt.
Auch diese Tatsachen verschweigen Politiker und die Qualitätsmedien permanent und streiten es ab.
Ein erster und wesentlicher Erlass, war die Aufhebung des unter Janukowytsch eingeführten Gesetzes zum Schutz sprachlicher Minderheiten. Die neue Regierung erklärte, Ukrainisch als einzige Sprache für das Land verbindlich zu machen..
Dieses Gesetz führte zu panischen Ängsten bei der russischsprachigen Bevölkerung des Landes. Es musste, vermutlich auf Drängen der EU, zurückgezogen werden.Aber hatte seine Wirkung schon gezeigt.Parallel dazu, gehörte der unverhohlene Hass auf alle Russen und gipfelte, auch nachzuweisen, in der Aussage der Oligarchin Timoschenko, die jeden Russen erschießen wollte, vorallen Putin in den Kopf. Nochmal, es ist keine Propaganda, sondern nachweisbar bezüglich des Wahrheitsgehaltes.

Die Folge
Die Krim hat seit 1994 innerhalb der Ukraine den Status einer autonomen Republik mit eigener Regionalregierung und eigenem Parlament. Gemäß der ukrainischen Verfassung in der Fassung von 1989 ist die Halbinsel Krim integraler Bestandteil der Ukraine.
Die selbständigen Regionalbehörden der Krim reagierten auf diese nun aufgetretene verhängnisvolle Politik der provisorischen Regierung in Kiew. Sie führten auf der mehrheitlich russischsprachigen Halbinsel ein Referendum durch. Ziel des Referendums war die Lösung von der Ukraine. Die Begründung erscheint durchaus schlüssig, beachtet man die Aktivitäten der provisorischen Regierung in Kiew. Es war die Angst vor den aggressiven Absichten der Nationalisierung seitens der provisorischen Regierung in Kiew. Der Ausgang des Krim-Referendums, in dem die Bevölkerung der Krim mit großer Mehrheit für die Abtrennung von der Ukraine stimmte, führte zum Beitritt zur Russischen Föderation.
Nun streiten Völkerrechtler, ob es sich um eine Sezession oder um eine Annexion handelt.Ich möchte das nicht näher bewerten, kann das auch nicht. Fakt ist für mich, dass der überwiegende Teil der Menschen auf der Krim sich so entschieden haben, Völkerrecht hin oder her.
Wenn Politiker, Regierungen und Juristen der Meinung sind, dass hier eine Annexion vorliegt, können sie ja nach den Haag gehen. Warum haben sie das bis heute nicht gemacht, wenn sie so sicher sind? Auch diese Frage muss erlaubt sein.
Der Krim folgten dann auch die überwiegende russische Bevölkerung des Donbass und führten ein Referendum für eine Autonomie ihrer Gebiete durch.Im Moment besteht dort auch als Ergebnis des Konfliktes mit der russischen Bevölkerung die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk.

Die Kiewer Putschistenregierung, nun neu konstituierte Regierung der geteilten Ukraine unter Poroschenko, akzeptierte die Vorgänge auf der Krim und im Donbass nicht.
Auf Grund dieser gegenläufigen Positionen hat sich der Konflikt zum Bürgerkrieg entwickelt und artete in eine durch brutale und aggressive gekennzeichnete Weise aus.

Schwierig hier wiederum ein neutrales Urteil abzugeben, wer die größten Verbrechen an den einfachen Menschen begangen hat.
Fakten, die unbedingt beachtet werden müssen.
Für den Westen ist Putin der Aggressor, ohne Wenn und Aber.
Das stimmt aber geopolitisch gesehen absolut nicht. Es ist eher als Schutz Russlands zu sehen, um gegen die Vorherrschaft der VSA und NATO Zeichen zu setzen.
Da bewiesen ist, dass die VSA, wie in zig anderen Fällen auf der Welt, ihre Finger im Spiel haben, ist die Haltung Moskaus gerade bezüglich der Krim nachzuvollziehen.
Als der Plan der VSA nicht so aufging, wurden andere Nebelkerzen gezündet. Es wurde ein Flugzeug abgeschossen und sofort wurde erklärt, dass wiederum Putin, oder die Aufständigen( Separatisten) verantwortlich zeichnen.Ich erspare mir hier an dieser Stelle auf bewiesene Falschmeldungen, gefälschte Dokumente, geschönte Satellitenaufnahmen näher einzugehen. Bis heute werden der Öffentlichkeit, allerdings von beiden Seiten, die Verantwortlichen des MH17 Abschusses nicht genannt.Warum wohl?
Ich sage es unumwunden, wenn es um geopolitische Dinge geht und man einen Kompromiss verfeindeter Parteien sieht, da beide Seiten den Ernstfall nicht riskieren wollen, sind 300 Opfer bestenfalls Kollateralschaden.
Allerdings hat dieser Abschuss zu den Sanktionen gegen Russland mit beigetragen.
Dass diese Sanktionen nun zum Bumerang, besonders für D. geworden sind, kann man vorallen im freien Internet, aber auch nun in den Qualitätsmedien sehen oder lesen, änderte die EU und D. ihren Kurs.
Unter diesen Gesichtspunkten sehe ich die Aktivitäten von Merkel in Minsk. Sie muss endlich mal liefern und sich aus dem Enddarm der VSA befreien. Respekt ja, Bewunderung nie.
Gegenwärtiger Stand nach meinem Empfinden
Eine Westöffnung des Landes wurde nicht erreicht.
Erreicht wurde eine Teilung des Landes.
Ein Teil der Ukraine mit dem Westen mit all seinen schon heute zu sehenden Folgen.
Stichwort Ausverkauf des Landes, siehe beispielhaft die Rolle von Bidens Sohn, in der Energiewirtschaft der Ukraine, also vollkommene Abhängigkeit von den VSA.
Aufkauf von Ackerland in großen Ausmaßen durch Monsato ebenfalls VSA.
Wo bleiben da die eigenen von Landwirtschaft abhängigen Bauern der Ukraine?
Poroschenko, vorallen getrieben durch die nationalistischen Kräfte um Jazenjuk möchte gern in die NATO und EU
Für die EU wird die Ukraine als EU Mitglied nicht zu verkraften sein, es gibt schon genügend andere Baustellen. Faß ohne Boden!
Ob die besonnene Leute in der NATO die Ukraine aufnehmen wollen, erscheint mehr als fraglich. Die meisten EU/NATO Staaten fürchten den Casus Belli, also das kriegsauslösende Element als dann eher gegeben.
Der einjährige Kampf hat den bescheidenen Lebensstandard noch weiter abgesenkt( Ausnahme die Krim), dort hat allerdings durch die besonnene Haltung der selbständigen Regionalbehörden und Putins auch kein bewaffneter Kampf stattgefunden.
Der ursprüngliche Maidan hat verloren. Die Aktivisten sind isoliert, wurden zum Teil bestialisch umgebracht, siehe Gewerkschaftshaus Odessa. Auch dort werden die Morde nicht aufgeklärt, offensichtlich würde der letzte Hinterwäldler bemerken, dass man diese grausamen Morde nun tatsächlich nicht Putin in die Schuhe schieben kann.
Von Demokratie kann keine Rede sein, faktisch herrscht Kriegsrecht, betrifft beide Teile des jetzigen Territorium der Ukraine, also ohne die Krim.
Im Westteil bestimmen die Oligarchen unter Anleitung der VSA und nun bald auch der EU,
was für das Volk „ gut und richtig“ist
Erste Auswirkungen der alternativlosen Austeritätspolitik spüren die Menschen schon jetzt.
Obwohl der böse Russe, diesmal Gazprom, der Ukraine 100 Dollar Rabatt pro1000 Kubikmeter Gas gewährt, verfügt die Regierung eine Preisanhebung von 280 %.
Die Auswirkungen im Donbass sind überhaupt nicht abzuschätzen, sie sind einfach katastrophal. Ob Russland tatsächlich Interesse hat, dieses Land heim ins Reich zu holen, bleibt bei nüchtern denkenden Ökonomen und Wirtschaftsexperten fraglich. Also nur spekulativ zu betrachten, sieht man von der Kriegspropaganda der westlichen Seite ab.
Ungelöst bleiben grundsätzliche Fragen des Zusammenlebens.
Gibt es zwei Staaten, mit unterschiedlichen Gesellschaftsformationen?
Wäre es denkbar ein demokratisches Staatswesen zu schaffen, dass durch autonome und föderale Strukturen neu entsteht?
Gewährt die VSA, vorallen aber Europa und natürlich Russland die Entwicklung einer Ukraine, die zwischen und mit der Eurasischen Union und der EU leben darf?
Fragen über Fragen, die aber nur die Diplomatie lösen kann.
Im Moment erlebt die Welt einen Stellvertreterkrieg vorallen der VSA und Teile des Westen, gegen Russland.
Zuerst muss sich Europa einig werden und die dominierten Hegemonialordnung der VSA beenden, denn Russland und die Ukraine muss vorallen Deutschland und die EU mehr Interessieren als die VSA. Loslösung vom Diktat der VSA über die Sanktionen sind im vollen Gange, siehe aktuell Renzi mit Italien, oder
Die USA machen einen Rückzieher und nehmen von der angekündigten Entsendung von Soldaten in die Ukraine zunächst Abstand. Es ist unklar, ob es sich um eine taktische Maßnahme handelt oder ob die Amerikaner die Minsker Vereinbarungen nun mittragen wollen. Doch offenbar hat der Druck aus einigen EU-Staaten dafür gesorgt, dass die Amerikaner auf eine Eskalation in den Russland-Beziehungen derzeit verzichten wollen. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/03/07/obama-macht-rueckzieher-und-schickt-vorerst-keine-us-soldaten-in-die-ukraine/
Die Gesamtproblematik ist selbstverständlich nicht allein von der Ukraine zu beantworten, sondern nur im Verbund mit den interessierteren globalen Kräften.
Zu der Putin/Russlandhetze empfehle ich Volker Pispers Kleinkunstpreis 2015
https://www.youtube.com/watch?v=GAYOtmCTYu0
anzuschauen.
Mord an Nemzow
Es gibt ja kaum etwas Neues zum Fall und meinen Standpunkt habe ich im letzten Posting dargelegt.

Allerdings ist es nun doch angebracht auf die Wahrnehmungen in der Öffentlichkeit einzugehen und letztendlich sich näher mit der Person Nemzow zu beschäftigen.
Ich kann auch nicht einschätzen, wie die breite Öffentlichkeit überhaupt auf diesen Vorfall reagiert. Ich meine dabei, wem interessiert überhaupt so ein Mord, wenn tagtäglich in den Nachrichten von Mord und Totschlag berichtet wird.Ich bin mir auch nicht sicher, welche Resonanz zum Beispiel die Will Sendung erfahren hat. Ich habe mir bewusst diese Sendung nicht angesehen, da von vornherein das von den Qualitätsmedien erwartbare Putinbashing im Fokus stehen musste, dazu genügte ein Blick auf die Diskutanten. Mir reichte das Forum zur Sendung, dass allerdings nun auch nicht gerade mir 392 Beiträgen berauschend war.
Ich habe mal im Netz recherchiert, wer war Nemzow überhaupt, denn ich kannte ihn nicht mehr und mir ist er auch nicht im Netz aufgefallen.
Plötzlich wird er nun in den Qualitätsmedien als Oppositioneller hochgejubelt und als ernster Gegner Putins dargestellt. Diesen Eindruck kann ich für mich nach der Recherche nicht bestätigen.
Der Reihe nach. Nemzow kommt aus der Nomenklatur der Sowjetunion(SU) und wird mit Sicherheit vor den Ende der SU das Lied des Kommunismus zum eigenen Vorteil mitgesungen haben, nicht untypisch für einen Nomenklaturkader.
Relevant ist aber nur der Weg nach dem Zusammenbruch der SU.
Zwischen 1991 und 1997 war Nemzow Gouverneur der Oblast Nischni Nowgorod. Ein Provinzpolitiker, der Macht in jenen Jahren regional hatte. Er suchte in dieser Zeit allerdings die Verbindung zu lokalen Industriekreisen, die ihn Vorteile bringen sollte und haben.
1997war er fast am Ziel seiner Wünsche und wurde stellvertretender Ministerpräsident unter Präsident Jelzin.
In jener Zeit konnte er zusammen mit seinen politischen Weggefährten Tschubais das Anfang der 1990er begonnene Programm der wirtschaftlichen Radikalreformen weiterführen, ein Verhängnis für die Russische Föderation, wie sich später herausstellte.
Nemzows Bündnis der Rechten Kräfte und zahlreiche weitere Politiker der damaligen Zeit wollten, im Anschluss an die misslungene Privatisierung die ab 1990 lief eine geordnete Privatisierung erreichen. Auch diese misslang.
Nemzow holte enge Vertraute zu sich, den er war ja unter Jelzin auch noch Energieminister. Es begann die Zeit des PSA Gesetz, praktisch der Ausverkauf wertvoller Ressourcen, an denen Nemzow maßgeblich beteiligt war.
Nemzow und sein engster Vertrauter Kirijenko waren dabei vor allem für eine Form der Privatisierung von Schlüsselunternehmen der Energiebranche verantwortlich, die von Kritikern als nahe am Bereich der Kriminalität betrachtet wurde. Durch die Privatisierungsstrategie Kredite gegen Aktien wurde der russische Staat gleich doppelt geschädigt: Zum einen durch die Verschuldung auf Grund der Kredite, zum anderen dadurch, dass den meist ausländischen oder aus dem Kreis krimineller Oligarchen stammenden Kreditgebern auf diesem Wege Einfluss auf Schlüsselindustrien gewährt wurde.Schließlich musste Nemzow zurücktreten, hatte aber seine „Schäfchen“ ins Trockene gebracht.
Jelzin verzichtete auf Nemzow und bestimmte Putin zu seinem Nachfolger.
Putin beschränkte dann die Macht der Oligarchen und bestimmte die Politik Russlands, sehr zum Leidwesen bestimmter Oligarchen und ihren Partnern im Westen.
Es ist wahrscheinlich,dass das Versagen Nemzows viele Oligarchen um ihre Pfründe brachten und sie ihr Feindbild in Nemzow sahen.Wäre für russische Verhältnisse durchaus auch ein Mordmotiv.
Politisch spielte Nemzow ab 2003 mit den Scheitern seiner Partei bei den Parlamentswahlen keine Rolle mehr und war für Putin absolut keine Gefahr.Seine angeblichen Beweise zum Ukrainekonflikt werden nichts Gefährliches für Putin beinhalten. Beweise wollte ja Poroschenko auch schon lange liefern, bis auf nachweislichen Fälschungen kam aber nichts. Woher soll den nun ausgerechnet der bedeutungslose Nemzow welche herhaben. Sehr dubios.
Seltsam für mich ist außerdem, dass gerade am Mordtag Nemzow mit seiner Begleiterin den Weg zu Fuß nahm, wo er sich ja sonst immer fahren lies.
Richtig ist für mich auch die Rolle seiner Begleiterin zu untersuchen.Fakt ist eins, in den sozialen Netzwerken hat sie ihre Einträge als Fotomodell gelöscht. Ihre Agentur bezeichnet sie als nicht ehrgeizig genug. Andere Quellen bringen sie in Verbindung mit Eskortservice, wo sie angeblich eine Affäre mit einen Kommandanten der ukrainischen Armee gehabt haben soll. Auch eine solche Verbindung könnte ein Mordmotiv sein.
Schlußendlich alles nur Spekulationen, aber alles möglich.
Was ich nicht nachvollziehen kann, ist allerdings die Schuldzuweisung des Mords an Nemzow, als Tatsache sofort Putin anlasten zu wollen.
Zu politisch motivierten Morden, möchte ein Zitat eines von mir hochgeachteten Foristen aus den Jauch/Will Forum hier verwenden. Es handelt sich um Hans Olaf 27, einen Akademiker mit hervorragenden Kenntnissen über die Sowjetunion. Unter anderen arbeitete er als Dozent an den verschiedenen Universitäten in der Sowjetunion und pflegt noch heute Kontakte zu Akademikerkreisen Russlands und der ehemaligen Sowjetrepubliken.
Zitat:
 Nr. 56 von Hans- Olaf 27
Allgemeine Bemerkungen (wird evtl. fortgesetzt):
1. Politische, bzw. politisch bedingte Morde oder andere Verbrechen, begangen an Herrschern und Beherrschten, Konkurrenten, echten oder vermeintlichen Widersachern sind ubiquitär (überall verbreitet). Seit mindestens 3000 Jahren werden solche Taten in allen sozialen Systemen, Staaten, Völkern genau beschrieben, oftmals begangen von engen Verwandten oder langjährigen Weggefährten. In Russland gab es sie zur Zeit der Zaren, der Kerenskij- Regierung, in den zwanziger Jahren, der Diktatur Stalins, so auch bis heute, sowohl unter den Präsidenten Jelzin und Putin. Politische Morde werden aber nicht nur von den Herrschenden begangen, sondern sind auch ein Mittel zum Gewinn der Macht oder zur politischen Manipulation der Volksmassen.
2. Zwischen den Volksmassen und der sogenannten (echten oder selbsternannten) ‘Elite’ besteht in Russland ein riesiger Spalt. Auf der einen Seite Intellektuelle, Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, die die Weltkultur mit bestimmen, andererseits keine durchgängige Berufsausbildung, starke Abschottung der Hochschulbildung gegen Aufsteiger, usw.. Viel hat sich da seit der Zeit von Tolstojs ‘Krieg und Frieden’, nicht geändert. Das führt dazu, dass ‘das Volk’ von ‘denen da oben’ verachtet wird, ‘die unten’ sich dadurch revanchieren, dass sie ‘denen da oben’ und den entsprechenden Institutionen (wie z.B. Gerichten) aus Prinzip misstrauen. Diese Schichtung ist unabhängig von den politischen Ansichten und wird noch überlagert von einem oft ins Irrationale gehenden Nationalismus, der bei allen Völkern der ehemaligen Sowjetunion vorhanden ist.
3. Die politischen Gegner der Schicht, für die B.J. Njemzow stand, d.i. die Putin- Partei ‘Einiges Russland’ (ca. 64%) und die (größte Oppositionspartei) Kommunistische Partei (ca. 17%), haben bei den letzten Wahlen zusammen über 80% der Stimmen geholt. Einfluss hat das Umfeld von Njemzow nur bei wenigen Intellektuellen, die zur ‘international community’ ihrer Zunft gehören.

Zitat Ende
Wenn auf so einer Basis in den Qualitätsmedien diskutiert würde, käme das einen unabhängigen und neutralen Journalismus nahe.
Was aber in den meisten Qualitätsmedien abgeht, ist mehr als Meinungsmache, es ist einseitige Hetze.
Zurück zum Forum Anne Will :
https://annewill.blog.ndr.de/2015/03/03/nemzow/comment-page-2/#comments
Es lohnt sich dieses Forum zu lesen. Es folgt den allgemeinen Trend in diesem Fall und lehnt mit überwältigender Mehrheit die einseitige gezielte Meinungsmache und Hetze gegen Putin ab.
Keinesfalls wird dabei Putin als lupenreiner Demokrat bewertet, aber realistisch beschrieben.
Ausdrücklich möchte ich auf die Beiträge des bekannten „Damenkränzchen“, an der Spitze mit Marie Luise Müller verweisen, lest diese Beiträge.
MLM ist sich nicht mal zu schade einen Vergleich von Morden zuzulassen. Also nur ihre Todesliste ist Mord, weil sie ja weiß, dass Putin immer dahintersteht. Morde von unschuldigen Menschen durch Drohnen, verursacht durch die VSA von deutschen Boden(Ramstein) aus gesteuert, sind in den Augen von MLM nur Ablenkungsmanöver und die Lafontaine Anhänger fallen mal wieder drauf rein .
 Nr. 38 von Marie Luise Müller 3. März 2015 um 22:26
Nr. 142 von Marie Luise Müller 4. März 2015 um 21:18
Nr. 144 von Marie Luise Müller4. März 2015 um 21:32
 Nr. 148 von Marie Luise Müller 4. März 2015 um 21:49
 Nr. 337 von Marie Luise Müller 5. März 2015 um 22:50
Nr. 341 von Marie Luise Müller 5. März 2015 um 23:19
Nr. 385 von Marie Luise Müller 6. März 2015 um 16:15

In diesem Zusammenhang möchte ich ausdrücklich auch nochmal auf die HP von MLM hinweisen

Erstaunlich für mich immer wieder, wie der Anführer des „Damenkränzchen“, meine Postings auf Seiten, die er nicht liest, bewertet.
Meine Großmutter würde für Freude in die Luft springen, wenn sie noch leben würde.
Ein stockschwarzer Demokrat bezeichnet ihre Enkel als „Edelkommunist“. So viel Ehre muss man sich erst mal verdienen. Lest bitte selber und bildet euch eure Meinung.

Vergleicht die Kommentare von Klein im Will Forum Nr. 3 von Heiner Klein
und auf der HP und bildet euch ein Urteil. Für mich – weichgespült und dann wieder knallhart.

Glück auf

Ralf



1 Kommentar:

K.Förster hat gesagt…

Hallo Ralf und Mitlesende!

Gute Arebeit und Einschätzung. Wir aber die Hartgesottenen nicht beeindrucken :)
Genausowenig wie alle Opfer, die man nicht den russischen Präsidenten unterjubeln kann.
Da ist man bei den Verdrehungen sehr wendig...

Zur Abwechslung mal ein Blick in "BILD" von heute den Nemzow-Mord.
Dazu unbedingt die Kommentare lesen:
http://www.bild.de/community/ugc/40081564/comment/popular

Hätte ich so nicht gedacht, das auch die BILD-Leser aufgewacht sind.

Beste Grüße