Samstag, 30. Dezember 2017

Mein Posting zum Thema: Er kann es nicht lassen…..
Ralf Nietzschmann für den Gesprächskreis und http://politikparadox.blogspot.de/ ,
http://robert-diegrossenreligionen.blogspot.de/
in Anlehnung an die
Nachdenkseiten (NDS)
http://www.nachdenkseiten.de/
Liebe Freunde*innen des Gesprächskreises, verehrte Leser*innen und Bekannte,


der bekannte Ökonom und Volkswirt Prof. Sinn, hat sich mal wieder in der Öffentlichkeit bemerkbar gemacht. Abgesehen davon, dass er nun auch auf den Zug aufspringt und Merkels Abgang befürwortet, also wiedermal im Ernstfall das Mäntelchen in den Wind hängen, äußerte er sich am 18. Dezember in München an der Ludwig – Maximilian – Universität als typisches Mietmaul der neoliberalen Denkfabriken in einem Vortrag zu den erneuerbaren Energien.
Kernpunkte des Vortrags:
Ist es technisch möglich, grüne Energie zu produzieren, mit der die Stromversorgung ganz Deutschlands gesichert wird?
Was passiert, wenn der Großteil des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien gewonnen wird?
Was passiert an Tagen, an denen keine Sonne scheint und kein Wind weht?
Gibt es Speichermöglichkeiten für überschüssige Energie?
Wie teuer wird die Energiewende für die Verbraucher?
Und schließlich: Macht die Energiewende überhaupt Sinn?
In seinem Vortrag geht Sinn in Gedankenexperimenten auf diese Fragen ein. Das Ergebnis: „Es kostet nur fürchterlich viel Geld, reduziert den Lebensstandard und verschandelt die Landschaft. Das kann es doch nicht sein!“
Unter http://www.hanswernersinn.de/de/Weihnachtsvorlesung_18122017
kann man sich Sinns „Erkenntnisse“ antun.
Gefährlich bleiben jedoch Sinns Ausführungen,denn leider erreicht er doch viele unserer Mitbürger mit seinen Thesen, die zwar nur bestimmte Lobbyinteressen vertreten und Punkt für Punkt zu widerlegen sind.
Alleine der Begriff „Zappelstrom“ den Sinn verwendet, zeigt sein nicht vorhandenes Wissen bezüglich der technischen Möglichkeiten über die jetzt schon vorhandenen Möglichkeiten das Stromnetz stabil zu halten, also zu regeln. Es kann natürlich auch eine bewusste Täuschung sein, denn wem interessiert oder wer versteht denn
als Normalbürger diese Zusammenhänge wirklich.

Da ich ja auch immer wieder zu meiner Stellung bezüglich zur EE befragt werde, möchte ich auch in diesem Posting mich diesmal ausschließlich zu
r Stromerzeugung im Rahmen der EE äußern und werde diesmal die Technik nicht in den Vordergrund stellen, sondern muss ganz einfach auch mit Zahlen arbeiten.

Außerdem spielt dabei der Prof. Sinn eine Rolle.
Dabei werde ich nicht auf die dezentrale Stromversorgung eingehen, die zwar nicht unbedeutend ist, aber einen großen Teil der Verbraucher nicht (noch nicht) tangiert.


Grundsätzlich stehen bei der Bereitstellung von Strom ökonomistische Interessen im Vordergrund. Begründet wird dies durch die vier großen Stromanbieter, welche ja vorrangig ihren Aktionären verpflichtet sind. Nach wie vor bestimmen die Gewinne und Dividenden das Geschäftsmodell dieser Anbieter. Daraus schlussfolgernd, ist die durch die Politiker verbreitete Auffassung des Sparens von Strom irgendwie nur ein Alibi wegen des Klimawandels. Was bringt es Max Mustermann wirklich, wenn er seine Haushaltegräte, nur weil sie in die Jahre gekommen sind, austauscht? Wer misst den schon den wirklichen Verbrauch dieser Geräte oder erlebt einen Reinfall, wenn er den Angaben der Hersteller vertraut, die auf den Zug des „Stromsparens“ aufspringen und neue Geräte verkaufen wollen.
Wohin gehen denn die Altgeräte zum großen Teil? Auf den Schrott mit Sicherheit nicht. Dort, wo sie weiter benutzt werden benötigen sie ja auch Strom.

Der einzelne Verbraucher muss für sich die Kosten/ Nutzenrechnung beachten.


Nun zu den Fakten über die Bereitstellung von Strom.
Grundsätzlich wird der im Netz zur Verfügung stehende Strom an der Leipziger Strombörse gehandelt. Dort werden die Preise gemacht und das hat Auswirkungen für den Normalverbraucher.
Dazu folgendes zum Verständnis zur Produktion von Strom allgemein.
AKW
s also Stromgewinnung aus Kernenergie.
Nach gültiger Rechtslage sollen diese erst 2021 und 2022 vom Netz gehen.
Bis dahin werden sie weiter jede Menge hoch radioaktiven Müll produzieren, der für viele Jahrzehntausende sicher verwahrt werden muss, sodass er nicht an die Umwelt, was unter anderem auch das Grundwasser einschließt, gelangen kann. Ein Endlager, das eine entsprechend zuverlässige, geologisch stabile Einlagerung gewährleisten könnte, ist bisher nicht gefunden.
Es werden die Entsorgungskosten durch jeden Tag des AKW
s-Betriebs weiter in die Höhe getrieben.
Dabei gibt es keinen sachlichen Grund, weiter Strom in diesen alternden Anlagen zu produzieren, außer d
er Gewinne für die Unternehmen und deren Aktionäre.
Es gibt im Deutschland dutzende Gaskraftwerke, die im Durchschnitt nur noch zu 12 Prozent ausgelastet sind. Würde deren Auslastung auf 44 Prozent erhöht, könnte damit der Strom aus den AKWs ersetzt werden. Ende 2015 gab es in Deutschland Gaskraftwerke mit einer Leistung von 28,5 Gigawatt( GW), während es die AKWs nur noch auf 10,8 GW brachten.
Genau diese Kapazität durch die Gaskraftwerke wäre der Schlüssel, nicht nur als Ersatz für die AKWs, sondern auch der Regulator für die Netzstabilität, um träge Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen, wenn genügend Wind oder Solarenergie im Netz ist.
Es ist aber nicht gewollt, denn das Durchlaufen lassen von AKW
s und Kohlekraftwerke bringt für die Unternehmen Gewinne durch Strom, der im Inland überhaupt nicht mehr gebraucht wird.

Ich möchte hier nur mal verbindliche Zahlen aus 2012 erwähnen, um die systematische Verschleierung von tatsächlichen Kosten im Vergleich zwischen Kernenergie und Kohle zu EE zu dokumentieren.
2012 wurde Atomkraft von allen Energieträgern am höchsten subventioniert. Laut einer Studie des Forums ökologische Marktwirtschaft (FÖS) – Was Strom wirklich kostet - sind in Deutschland Atom und Kohle 2012 mit 40 Mrd. Euro subventioniert worden, mehr als doppelt so viel wie erneuerbare Energien mit 17 Mrd. Euro. Damit erweisen sich die konventionellen Energien als die wahren Preistreiber bei der Stromversorgung.
In dieser Studie, die von Greenpeace energy und dem Bundesverband WindEnergie (BWE) in Auftrag gegeben wurde, heißt es - Im Ergebnis trägt die Gesellschaft im Jahr 2012 bei einer Kilowattstunde Windstrom ungerechnet Kosten von 8,1 Cent und bei Wasserstrom 7,6 Cent. Die Gesamtkosten für Strom aus Braun- und Steinkohlekraftwerken summieren sich hingegen auf 15,6 bzw. 14,8 Cent und für Atomenergie sogar auf mindestens 16,4 Cent je Kilowattstunde. Die Kosten für Erdgasstrom liegen bei 9,0 Cent - .
Interessant dazu auch aus 2013
In diesem Zusammenhang sei auch der ehemalige europäische Energiekommissar Oettinger erwähnt: In seiner Absicht, die Atomkraft gegen alle Widerstände durchzusetzen, manipulierte er auch die Papiere seiner eigenen Behörde. Die Generaldirektion Energie hatte in einem Bericht mit Zahlen zunächst belegt, dass Atomkraft und fossile Energien deutlich stärker subventioniert würden als die erneuerbaren Energien. Diese Zahlen ließ Oettinger in der neuen Version des Papiers streichen.
→ AtomkraftwerkePlag: Oettinger, Günther (Atomlobby)
Man muss schon sich mit den Zusammenhängen beschäftigen, um genau diese Leute, wie Prof. Sinn und eben auch Öttinger zu entlarven. Sie sind nichts weiter, wie ich sie oben bezeichnet habe, Mietmäuler neoliberaler Denkfabriken. Ihr Auftrag ist die systematische Fehlverbreitung ökonomischer und technischer Zusammenhänge zugunsten ihrer Lobbyisten.
Trotz solcher Figuren, bleibt es aber dabei, wir stehen vor den Ende der fossilen Energieversorgung . Dabei ist es vollkommen egal, wie lange zeitlich noch eine Versorgung mit fossilen Rohstoffen möglich ist. Was aber jeder
Mensch mal bedenken sollte, sind die Kriege, die schon jetzt im vollen Gange sind, um eben an die Rohstoffquellen heranzukommen. Daran schließt sich vorrangig auch der Kreis zur Flüchtlingsproblematik mit allen negativen Vorkommnissen, wie „Women´s Safety Area“ zu Silvester in Berlin oder die Aussage von Migranten in Leipzig, dass die deutschen Gesetze nicht für sie gelten würden.
Ich möchte hier Susan Bohnat zitieren:
Vergessen wir nie: Der Feind sitzt weder in russischen Mietwohnungen noch in deutschen Asylbewerberheimen. Er lebt nicht in ostdeutschen Plattenbauten oder westdeutschen Arbeitersiedlungen. Er sitzt auch nicht einer KenFM-Redaktion, die den so notwendigen offenen Diskurs unter Kapitalismus-Kritikern zulässt. Der wirkliche Feind hat ein großes Interesse daran, dass wir uns gegenseitig bekriegen. Dass, wir nicht mehr über Auswege aus Herrschaft und Unterdrückung diskutieren. Dass, wir keine politisch-ökonomische Bildung erlangen. Der wirkliche Feind sitzt oben – immer. Quelle https://kenfm.de/propaganda/
Wenn ich an die lächerlichen 23 Milliarden Euro denke, die die vier großen Konzerne bis 2022 einzahlen und das ihren Beitrag nennen, welcher für die Jahrtausende dauernde Endlagerung des Atommülls beitragen sollen, vergeht mir das Lachen. Es wird wieder der Steuerzahler bluten müssen, insoweit es überhaupt
dann noch Menschen auf dem Planeten Erde geben sollte.
Ob mal der große Volkswirt und Ökonom Prof. Sinn Berechnungen darüber angestellt und dann den tatsächlichen Preis für eine erzeugte kWh Stunde Atomstrom ermittelt hat? Nein es geht nämlich nicht diese seriös zu berechnen.
Nun beklagt ja Sinn auch verunstaltete Landschaften durch Windkraftanlagen und Fotovoltaik Anlagen.
Hat der Professor noch keine Tagebaue besucht oder nur zu heiß gebadet?
Jede Energienutzung bedeutet Eingriffe in bestehende Landschaften. Auch bei Windkraftanlagen hat es zweifelsohne aus verschiedenen Gründen Fehlentscheidungen gegeben. Trotzdem bleibt jede Montage und Demontage eines Windparks volkswirtschaftlich günstiger als ein Tagebau von der Erschließung bis zur Renaturalisierung. Braucht man kein Professor zu sein, um das zu erkennen.
Es
gibt realistisch betrachtet überhaupt keinen Grund dafür diese notwendige Zukunftstechnologien abzulehnen.
Je früher, gerade auch Deutschland, das vorhandene ingenieurtechnische Wissen in die Tat umgesetzt wird, können wir unseren wesentlichen Beitrag für eine friedliche Welt und für unsere Klimaziele leisten.




Zur Versorgungssicherheit zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit Strom
Dazu Versorgungssicherheit Stand Dezember 2017 statistische Auswertung:


Die Versorgungssicherheit ist kein Problem. Der Spitzenbedarf liegt bei knapp 85 GW. Der wird hin und wieder wochentags in kalten, dunklen Wintermonaten erreicht. Wasser-, Biomasse-, Gas- und Kohlekraftwerke kamen Ende 2015 zusammen auf eine Leistung von 91,2 GW. Dabei sind Biogaskraftwerke bedarfsorientiert steuerbar, analog von herkömmlichen Gaskraftwerken. Hinzu kommen noch 7 GW Leistung in Pumpspeicherkraftwerken, die täglich in den verbrauchsarmen Nachtstunden aufgeladen und zu Zeiten des täglichen Spitzenverbrauchs wieder entladen werden können. Und dann wären da natürlich noch die Windkraft mit 43,8 GW im Offshore und Solaranlagen 39,7 GW, die besonders bei Solarenergie nicht konstant produziert werden kann und für die schneller die Speicher ausgebaut werden müssten. Über Speichermöglichkeiten habe ich ausführlich schon gepostet, sowohl über vorhandene, aber auch über zeitnahe neue Speichermöglichkeiten.
Die Zahlen belegen, dass es ohne Wenn und Aber sofort möglich ist auch zu mindestens die dreckigsten Braunkohlekraftwerke vom Netz zu nehmen, schließlich propagieren ja unsere Regenten, dass sie die verpflichtenden Klimaziele einhalten wollen. Ehe man den kleinen Mann mit Fahrverboten belegen sollte, sollten doch lieber die Dreckschleudern abgeschaltet werden.
Wenn man die ältesten und ineffizientesten Braunkohlekraftwerke sofort vom Netz nähme, würde man den Überschussstrom, den wir in Deutschland haben, vermindern. Das senkt die Kosten, da Netzengpässe und System - Inflexibilitäten abnehmen.

Vorhanden, wenn politisch gewollt.
Die deutsche Industrie hat große Potentiale, Energie einzusparen. Der Industriestandort Deutschland ist somit überhaupt nicht gefährdet, im Gegenteil: durch die Energiewende und Klimaschutz entstehen enorme wirtschaftliche Chancen, durch Innovationen, Energieeinsparungen, neue Arbeitsplätze und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
Allerdings will das Prof. Sinn nicht wahrhaben. So etwas, genau wie über Preise für den Verbraucher, spricht er nur unwahr.
Zusammenfassung:
Die Kohlekraftwerke und AKWs sind zu inflexibel, gerade in Kombination mit den Erneuerbaren Energien, die ja im Zentrum der Energiewende stehen. Beide laufen kontinuierlich durch und können nicht sofort heruntergefahren werden, wenn zu viel Strom produziert wird. Das ist der Grund, warum wir so viele Netzengpässe haben. Derzeit produzieren wir ein Stromangebotsüberschuss von mindestens zehn Gigawatt, vornehmlich durch Kohlekraftwerke. Deutschland ist Stromexportweltmeister, wir exportieren so viel Strom wie noch nie. Wenn wir alte Braunkohlekraftwerke und AKWs sowieso kurzfristig abschalten, hätten wir trotzdem noch ausreichend konventionelle
Stromproduktion, besonders Gaskraftwerke im System und die Netzstabilität würde gestärkt.


Preise für den normalen Verbraucher:
Wenn man sich nicht mit der Preisgestaltung pro Kwh Stunde und deren Zusammenhänge beschäftigt, glaubt man eben solchen Leuten wie Sinn und fällt darauf herein.
Wir kennen als einen entscheidenden Faktor für die EEG – Umlage die großzügige Befreiung von dieser für immer mehr systemrelevante Unternehmen zulasten der Verbraucher und große Teile des Mittelstandes.
Das ist schlicht und einfach ungerecht.
Ein weiterer Faktor ist eben die Leipziger Strombörse.
Das Abschalten von o.g. Kraftwerken, hätte als Auswirkung, dass das Stromüberangebot abgebaut würde. Das Stromüberangebot führt derzeit zu immer niedrigeren Strompreisen an der Leipziger Börse, die dort derzeit oft bei nur noch 2,5 Cent pro Kilowattstunde liegen. Selbst an Windarmen Tagen haben sie es im Februar und März bisher nur ganz vereinzelt auf fünf Cent pro Kilowattstunde geschafft. Bei diesen Preisen
sind auch neue Kohlekraftwerke unrentabel, was zum Beispiel auch Ursache für den Verkauf dieser Sparte durch RWE und Co. war.
Eine Verknappung, eher eine bedarfsgerechte Produktion für Deutschland an Strom, durch Abschalten der o.g. Kraftwerke würden die Preise etwas in die Höhe treiben und damit zugleich paradoxerweise den Verbraucher entlasten. Der muss nämlich bisher über die EEG-Umlage für die Differenz zwischen dem Börsenstrompreis und der Vergütung für Solar-, Biogas- und Windstrom aufkommen.

Über Wegfall von Arbeitsplätzen, aber auch Schaffung neu entstehender Arbeitsplätze in diesem Zusammenhang, poste ich meine Ansicht darüber gesondert, wenn ich über Digitalisierung der Arbeitswelt allgemein und Auswirkungen auf den dann noch notwendigen Bedarf an Arbeitskräften eingehe.


Nochmal ein erfolgreiches neues Jahr für jedem meiner Leser/innen
Glück auf

Ralf



4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Ralf und Mitlesende,
erst mal allen Lesern ein gutes und erfolgreiches neues Jahr 2018.
Mein besonderer Dank an Robert Kroiß, der genau wie Gerd Dietrich bei Politikparadox, unermüdlich die Voraussetzungen schafft, frei im Netz zu diskutieren und sehr gute Möglichkeiten dazu schafft, indem immer aktuelle Themen auf der Agenda stehen.
„ Er kann es nicht lassen“, du lieber Ralf aber auch nicht.Ich bewundere immer wieder deine Zähigkeit über Dinge zu posten, von denen du überzeugt bist.
Ich habe gerade jetzt mal wieder die kontroverse Diskussion zwischen dir und E. Gabriel damals beim Sprengsatz nachgelesen. Schon damals hat mir deine durchdachte und logisch aufgebaute Argumentation pro EE gefallen und imponiert.
Ich bin persönlich auch davon überzeugt, dass die EE nicht mehr aufzuhalten ist.
Nur es wird gewollte Verzögerungen geben. Dafür sorgen schon die von den Lobbyinteressen und eigennützigen Interessen der sogenannten Volksvertreter geprägte Verhaltungsweise.
Wenn der einfache Wähler nur mal nachdenken würde, warum das alles so ist.
Am Beispiel H. Kraft der ehemaligen Ministerpräsidentin von NRW ist das doch mehr als deutlich zu sehen. Kraft steht für die Kohle, angeblich wegen der Arbeitsplätze. Nun arbeitet sie als Aufsichtsratsmitglied des Steinkohlekonzerns RAG. Wofür steht dieser Konzern?
Warum hat Kraft nicht den notwendigen Strukturwandel in NRW hin zu neuen Arbeitsplätzen außerhalb der Kohle eingeleitet?
Heute werden Kosten benannt, die angeblich die EE verursacht, um die Netzstabilität aufrecht zu halten. Sie belaufen sich auf eine Milliarde Euro und werden auf die Netzentgelte den Verbraucher berechnet. Werden die Kernkraftwerke abgeschaltet, können diese Kosten noch steigen, so wird der unbedarfte Bürger informiert. Kein Wort zu Gaskraftwerken als Regulator, wie von dir einleuchtend beschrieben. Im Hintergrund meldet sich die Atomlobby, um weitere Gewinne mit dieser Energie zu erzielen, koste es den Steuerzahler was es wolle.
Was passiert eigentlich, wenn bei eventuellen Neuwahlen die Union mit der FDP eine mehrheitsfähige Regierung bilden könnte? An die AfD und EE möchte ich dabei überhaupt nicht denken.Mit einen unguten Gefühl für die Grünen allgemein, aber für die EE vom Grundsatz her, werden sie dann wohl doch noch gebraucht. Linke kann man vergessen, werden kaum noch eine Rolle spielen,verursacht durch Eigenverschulden. Was für eine Rolle werden die machtbesessen
SPD Spitzen spielen, auch bei Neuwahlen? Fragen die man kaum mit Logik beantworten kann,jedenfalls ich nicht.
W. S. Der vom Sprengsatz

Ralf Nietzschmann hat gesagt…

Ich wünsche dir auch ein gutes neues Jahr und besonders vollständige Genesung.

Im Kreis unseres Gesprächskreises - Erneuerbare Energie - , besetzt mit ehemaligen und aktiven Ingenieuren, Wissenschaftlern und Ökonomen aus der Branche, müssen wir immer wieder feststellen, wie Lobbyarbeit funktioniert und Politiker und systemrelevante Medien bewusst einfache Falschbehauptungen und Antworten unter das Volk verbreiten. Populisten sind auf dem Vormarsch. Ich persönlich bin da immer wieder Lernender, bin aber überzeugt mit meiner Ausbildung die Dinge einschätzen und verstehen zu können.

Die Wissenschaft ist immer mehr gefordert, sich auch politisch einzumischen und den Menschen mit einfachen Erklärungen auch im Falle der erneuerbaren Energien die Notwendigkeit dieser mehr als notwendigen Umstellung zu erklären. Das versuche ich immer noch, wenn auch eingeschränkt.
Wer einmal persönlich miterlebt hat, was in einer öffentlichen Veranstaltung so an Diskussionen abgeht, kann das vermutlich verstehen.
Die professionelle Lobbyarbeit mit einprägsamen Slogans und Schlagworten, die sich leicht weitersagen lassen, verfehlen ihre Wirkung nicht Die PR-Profis denken sich post-faktische Aussagen aus, die sie in Varianten testen und dann verbreiten Leider finden sie ein großes Echo und Gehör. Propaganda eben. Leider sehr wirksam.

Die internationalen wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen eindeutig, dass aufgrund des Klimawandels, der geopolitischen Ressourcenkonflikte, der wirtschaftlichen Ungleichheit und weiterer drohender Kriege der Umstieg auf erneuerbare Energien unausbleiblich ist.

Auch die deutsche Volkswirtschaft sollte in die Zukunft investieren und nicht in die Machtstrukturen der Kohle und Kernenergie-Lobbyisten der Vergangenheit. Das muss immer wieder deutlich gemacht werden. Das ingenieurtechnische Wissen ist gerade in Deutschland vorhanden und sollte umfänglich genutzt werden.

Es ist nicht nur wirtschaftlich lohnend, sondern demokratiefördernd und somit auch friedensstiftend für unseren Erdball.

Wenn wir den Umstieg auf EE betrachten, unterhalten wir uns über den Zeitraum bis 2050.
Da nun aber der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 immer näher rückt, wird eben die oben erwähnte Propagandamaschine angeworfen und der glaubende Bürger mit Informationen befeuert, die ganz einfach nicht stimmen.
Folgend

Ralf Nietzschmann hat gesagt…

Ich möchte auf einige eingehen.
Der Ökostrom-Ausbau überfordert Netze und Verbraucher
Richtig ist vielmehr: Weniger der hohe volatile (sprunghafte)Ökostromanteil, als vielmehr die Überproduktion von billigem Kohlestrom verstopft die Netze. Viel davon leitet Deutschland ins Ausland. 2015 wurde Strom exportiert, etwa so viel wie ein Drittel der gesamten deutschen Braunkohle-Stromerzeugung. Weil Wind-, Solar- und Biogasanlagen immer mehr klimafreundlichen Strom in die Netze einleiten, müssen Kohlekraftwerke eigentlich ihre klimaschädliche Stromproduktion entsprechend drosseln.

Der Netzausbau hinkt hinterher
Schon heute kann Strom aus Sonne, Wind und Biomasse oft nicht ins Netz eingespeist, weil die Leitungen überlastet sind, wird öffentlich wirksam propagiert, ohne den wahren Grund zu nennen.
Es ist der Strom aus AKWs und Kohlestrom, der nicht für die Grundlastregulierung taugt.
Dazu werden die von mir erwähnten Gaskraftwerke benötigt, welche dann aber nicht durchgängigen Gewinn generieren. Da könnte ich jetzt über Stromversorgung und Daseinsvorsorge schreiben.

Einer der Hauptgründe für den stockenden Netzausbau liegt außerdem in der Blockadehaltung Bayerns. Mit der jetzt erzwungenen Erdverkabelung könnte sich der Netzausbau beschleunigen. Es bleibt jedoch die Frage, wie viel neue Leitungen davon überhaupt gebraucht werden. Solange der Kohlestrom noch einen Löwenanteil am Mix hat, dient Leitungsausbau mehrheitlich der Vorbereitung von mehr Kohlestromeinspeisung und weniger dem Transport des Windstroms von Nord nach Süd. Erst nach dem dringend nötigen, sozial verträglichen, Kohleausstieg dient der Leitungsausbau nicht mehr der Kohle, sondern den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Auch muss dringend der bayrische Sonderweg Beachtung finden. Still und leise verfolgt nämlich Bayern den Weg der Dezentralisierung kontinuierlich. Sehr begrüßenswert, denn die Dezentralisierung stärkt Stadtwerke,Genossenschaften und andere Betreiber für die Produktion von EE.

Engpässe im Stromnetz kosten gut eine Milliarde Euro jährlich.

Engpässe bedeuten im Stromnetz zu viel Strom.
Richtig ist vielmehr, dass auch hier wieder zu viel Kohlestrom im Netz ist. Der gegenwärtig paradoxen Abregelung könnte mit flexibleren Gaskraftwerken und über den konsequenten Speicherausbau bis hin zum Demand-Side-Management (Lastststeuerung), den Verbrauch mit dem Angebot in Einklang bringen.

Folgend

Ralf Nietzschmann hat gesagt…

EEG Umlage

Auch hier lohnt es sich einmal näher diese zu betrachten.
Die Einspeisevergütung seit 2000 hat gezeigt, dass sie ein hoher Anreiz für Technologieförderung und Innovation ist. So sind die rasanten Kostensenkungen des Ökostromes zu erklären. Der Anteil für die reine Ökostromförderung an der EEG-Umlage 2016 hatte nur noch einen Anteil von 42 %, in Summe 2,61 von 6,88 Cent. Dieser Anteil macht für alle Interessierten transparent, was Erneuerbare Energien tatsächlich kosten, im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern.
Dazu nur ein Vergleich:
Alleine die Braunkohlesanierung der LMBM in den neuen BL kosteten 247 Mio. EUR im Jahr 2015 Bezogen auf die Stromproduktion von rund 150 Twh pro Jahr, sind dies Zusatzkosten von umgerechnet 9,9 Cent pro kWh, die sehr wohl auf der Rechnung erscheinen , aber im Gegensatz zur EEG Umlage nicht gesondert. Also wieder gewollte Täuschung der Verbraucher hier durch gezieltes Weglassen von Preiszusammenstellungen auf der Rechnung für oberflächlich lesende Verbraucher.
Abschließend
Manchmal wünschte ich mir, dass viele meiner Mitbürger morgens aufwachen und es an Stelle von Computern, wieder Schreibmaschinen geben würde, Smartphone durch Telefone ersetzt wären und jedes Ferngespräch über Handvermittlung erfolgen würde und für die ganz harten Zeitgenossen so nach dem Motto – Der Strom kommt aus der Steckdose -Petroleumlampen und Pferdekutschen zurück.
Als Techniker bleibe ich dabei, solange es Menschen geben wird, wird es technische Veränderungen geben, egal welche Blockaden sie aushalten müssen und das trifft auch auf die EE zu, wobei ich ja hier nur auf die Stromversorgung eingegangen bin. EE erfasst ja noch viel mehr Bereiche, bleibt jedoch in der Gesamtbetrachtung immer Bestandteil der Daseinsvorsorge.
Auch das sollte man betrachten, wenn über Konzerne, wie RWE und Co., Aktionäre und Dividende nachgedacht wird.

Gruß Ralf