Ralf Nietzschmann für den Arbeitskreis in Anlehnung an die
Nachdenkseiten (NDS)
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Posting zum Thema:Notwendige Ergänzung zum Posting : Der Strom kommt aus der Steckdose
Liebe
Freunde/innen des AK Leipzig, verehrte Leser/innen und Bekannte,
ich
fühle mich mit meinen Kommentaren zur Energiewende, also Umstieg auf
EE erneut bestätigt. Nur konkrete Aufklärungsarbeit für
interessierte Mitbürger/innen zur Problematik hilft gegen die
gewollte Meinungsmache. Ich sage es drastisch Verdummung der
uninformierten Menschen.
Ein
Höhepunkt dieser Meinungsmache, bildete die Sendung Exklusiv
Reportage über die Windkraft mit dem Titel - Der Kampf um die
Windräder -
Ein
„Muss“ für Interessierte. Zu sehen noch in der Mediathek unter
http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Der-Kampf-um-die-Windr%C3%A4der/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=36905676
Es ist Journalismus vom „Feinsten“ und erinnert mich sehr stark an das Fernsehen der DDR, oder genauer gesagt es toppt dieses um Längen.
Es ist Journalismus vom „Feinsten“ und erinnert mich sehr stark an das Fernsehen der DDR, oder genauer gesagt es toppt dieses um Längen.
Die
Macher der Reportage haben es geschafft, in 30 Minuten aufzudecken,
was uns Menschen in Deutschland wirklich bedroht: Es ist nicht das
ungeklärte Problem der Endlagerung von Atommüll.Es ist auch nicht
ein möglicher Supergau eines KKW als Folge von technischen Versagen,
Naturkatastrophen, oder gar ein Terrorangriff auf ein KKW.
Es
ist auch nicht die fehlende Wartung der KKW. Schließlich müssen die
Betreiber ja noch auf Teufel komm raus Gewinne für ihre notleidenden
Konzerne generieren.
Es
sind auch nicht Folgen von Erdöl und Erdgas Fracking, oder gar die
großflächige Zerstörung von Landschaften und der Raub von
Lebensraum für die Menschen und Tierwelt dort, durch die
Kohleförderung.
Nein,
es ist die Windkraft.
Die
arme Familie Schmidt, zeigt den entsetzten Zuseher beim Spaziergang
durch den Windpark in Nordfriesland, was die Menschen dort in Angst
und Schrecken versetzt. Es sind die Windkrafträder. Einfach grausam,
oder doch nur ein schlecht gemachter Thriller?
Und
dann kommen diese Filmemacher zur Schocknachricht.
Bei
Windunternehmen geht es auch um wirtschaftliche Interessen. Leben wir
im Kapitalismus, oder sind wir schon soweit, dass Stromerzeugung als
Daseinsfürsorge in staatlicher Hand ist und nur kostendeckend
arbeitet?
Warum
sollten Windkraftbetreiber in unserem System gemein nützlich
arbeiten?
Macht
dass die Kohlelobby, oder gar die KKW Betreiber, die gerade die nicht
überschaubaren Kosten für die Endlagerung des Atommülls mit
starker Unterstützung der Regenten auf die Steuerzahler abwälzt.
Dann
kommt der Auftritt von Michael Fuchs CDU, einer
der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
dort derzeit zuständig für Wirtschaft und Energie, Mittelstand und
Tourismus.
Dem staunenden Zuseher teilt Fuchs mit, dass der Bundesverband für Windenergie ein Lobbyverband ist.Mit einer solchen Überraschung, erschreckt nun Fuchs den unbedarften Zuseher.
Was aufgeklärte Menschen erschreckt ist doch eher die Tatsache über die Verquickung der konventionellen Energielobby.
Was
Fuchs zur Kernenergie und zur Kohleenergie zu sagen hat, kann man im
Netz nachschlagen. Fuchs redet über Lobbyismus bei
Windkraft.Lachhaft!
Es
ist immer wieder „lustig“, wenn Politiker, wie Fuchs über
massive wirtschaftliche Interessen schimpfen, gerade die CDU aber
gern von Wachstum, freiem Markt und Versorgungssicherheit spricht.
Aber da geht es bei Fuchs dann wohl nicht um die Energiewende,
sondern eher um Kohle, Gas und Öl.
Natürlich
fragen im Film die Macher danach nicht, es waren ja nur 30 Minuten
Sendezeit, oder nicht gewollt.
Dann
drücken die Macher auf die Tränendrüse. Sie führen eine
Geringverdienerin vor, die an allem sparen muss. Nicht mal eine
Spülmaschine kann sie sich leisten. Wer ist schuld?
Es
sind die hohen Strompreise, die wegen der Subventionen für die
Windkraft explodieren. Kein Wort zu Subventionen für die
konventionelle Energie, auch kein Wort zu den Strombörsenpreisen.
Erst recht nicht den Sprung zu den niedrigen Löhnen und dem Gefälle
von Arm und Reich in Deutschland.
Kein
Wort zu den geltenden Gesetzen und Verordnungen über die
Mitbestimmung der Bürger bei der Standortwahl von Windkraftanlagen.
Es wird wieder die Familie Schmidt bemüht und ihre Ängste und
Sorgen zur Nähe der Windkrafträder
Ich
erwähne beispielhaft:
Kein
Wort davon in der Reportage.
Hätte
nach meiner Wahrnehmung dem Zweck der Reportage geschadet
Statt
Lokalpolitiker an den Pranger zu stellen, die sich mit einem Windrad
auf ihrem Acker "bereichern", hätte gefragt werden müssen,
warum es zu viel Strom gibt und warum und das nicht benötigter
Kohlestrom die Netze dichtmachen und nur für den Export Gewinne für
die Kohlelobby einfahren. Weshalb gibt es seit der letzten
EEG-Reform so gut wie keine Bürgerenergieprojekte mehr, wäre auch
eine gute Frage der Macher an Fuchs gewesen?
Dazu:
Die
Reportage hatte für jeden einigermaßen mit der Materie
beschäftigten Menschen nur das Ziel aufzuzeigen, dass die
Energiewende böse ist, eigentlich aber von Konsorten, wie Fuchs,
nicht gewollt und von Lobbyisten gegen den Willen der Bürger
durchgepeitscht wird.In der Reportage werden Umfragen für die Zustimmung zur EE einfach ignoriert.
Siehe dazu:
http://www.klimaretter.info/energie/nachricht/21089-mehrheit-fuer-klimaschutz-solar-und-wind
Eine Vielzahl von Bürgern engagieren sich verstärkt vorallen seit Tschernobyl lokal, regional und auch bundesweit für erneuerbare Energien.Auch die nun verstärkt auftretenden Naturkatastrophen . veranlassen die Menschen zum Nachdenken.
Die immer wieder propagierte sogenannte ausgewogene Berichterstattung im ÖRF, hat keinen einzigen dieser Menschen zu ihren Erfahrungen befragt. Stattdessen konnten sich die Gegner des Umweltverbandes BUND, sowie Windkraftgegner minutenlang vor der Kamera äußern.
Es ist richtig, Korruption, auch planerische Verfehlungen und die Folgen mangelnder Bürgerbeteiligung aufzudecken. Die gibt es überall in der Wirtschaft.Hochaktuell zum Beispiel Stuttgart 21 !!!
Doch warum geht es immer wieder um die Energiewende als Ganzes. Nur wer sich diese Fragen beantwortet, kann die Zusammenhänge verstehen.Deshalb dürfen wir mit unserer Aufklärungsarbeit nicht nachlassen, egal wie umfangreich sie ist oder nicht.
Nochmal zur Reportage.
Wenn die erwähnten Windräder in Bayern, tatsächlich eine Fehlplanung sind und Kommunalpolitiker erst mal profitieren, ist das für mich nicht unbedingt plausibel.
Wenn die Förderung und Subvention vorbei ist, müssen diese Anlagen wirtschaftlich nach Marktgesetz arbeiten. Wenn sie, wegen angeblich fehlenden Wind, keine Strom produzieren, wer hat den da den Schaden? Sicherlich der Betreiber.
Eine letzte Bemerkung zur Reportage.
Warum lässt man zwei Familien, ihre Geschichte unkommentiert erzählen?
Warum erwähnt man nicht mal eine der vielen repräsentativen Studien über Lärm, Sichtkontakt und Akzeptanz, die von Universitäten und unabhängigen Instituten erarbeitet wurden?
http://www.klimaretter.info/meinungen/standpunkte/20761-buergerbeteiligung-maximal-reduziert
Ein guter unabhängiger Journalist, befragt beide Seiten.
Diese Reportage wird bei vielen Menschen wiederum Zweifel aufkommen lassen.
Waren die Filmemacher wirklich unabhängig? Ich glaube es nicht.
Allgemein möchte ich abschließend eingegangene E-Mails zum Thema beantworten.
Es ist richtig, dass ich von der Reaktion von Albrecht Müller überrascht war.
Aber nun kann man auf den Nachdenkseiten auch interessante Beiträge zur Reportage lesen, denen ich mich vollinhaltlich anschließen kann. Die NDS lassen Meinungsvielfalt zu, was man vom ÖRF meistens nicht sagen kann.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=34479#h19
Pkt. 19
Zu S. Wagenknecht und Teilen der Linken schreibe ich aus Zeitgründen vorerst nicht.
Nur soviel, ich habe die Petition unterschrieben – Du bist für Sahra -
Für mich bleibt S. Wagenknecht eine der fähigsten Politiker,/in die D. überhaupt hat
Glück auf
Ralf
1 Kommentar:
Auf meine letzten beiden Postings erhielt ich einige E-Mails und Nachrichten.Außerdem wurden diese Postings teils kontrovers bei den Veranstaltungen des Arbeitskreises, an denen ich nicht teilgenommen habe, diskutiert. Ich erhielt mehr Zustimmung, aber auch kritische Bemerkungen.
Ich möchte nun nochmal meinen Standpunkt erläutern, ohne speziell auf die Sendung - Exklusiv Reportage über die Windkraft mit dem Titel - Der Kampf um die Windräder – einzugehen.
Warum setze ich mich für Erneuerbare Energie ein?
Ich lasse mal wirtschaftliche Interessen, die es sowohl bei der konventionellen Energieerzeugung, aber auch bei den EE gibt, außen vor.
Vom Grundsatz her, steht die Menschheit vor einen Wandel der Energieversorgung als zwingend geboten.
Um unsere Erde zu schützen und zu erhalten, müssen die Menschen umdenken.
Es gibt genügend Alternativen diesen Weg zu gehen. Darüber haben wir in der Vergangenheit genügend diskutiert. Wir müssen Energieversorgung als Daseinsvorsorge begreifen und uns vom typischen Marktdenken – Höher – Weiter, verabschieden.
Dazu ist eine Basisumstellung notwendig. Im Klartext, heißt das Dezentralisierung, wo möglich und letztendlich die Zerschlagung der bestimmenden Großkonzerne auf ein notwendiges Maß.
Dazu gehört natürlich auch die Abkehr von der konventionellen Energieversorgung.
Ich bin ganz klar gegen Kernkraftwerke, neue Braunkohlentagebaue und erst recht gegen Fracking.
Kohle und Erdöl können es nicht sein wegen der klimaschädlichen CO2-Emissionen. Konventionelle Erdgasförderung kommt ebenfalls nicht infrage, weil die freigesetztes Methan auf dem gesamten Förderweg das Klima schwer schädigt. Insbesondere der Fracking-Boom in den VSA hat zu stark erhöhten Emissionen des Klimakillers geführt:
http://www.energiezukunft.eu/klimawandel/methan-anstieg-durch-oel-und-gasfoerderung-in-den-usa-gn103945/
Die Luftverschmutzung durch Verbrennung fossiler Energieträger, ist ein weiterer Aspekt
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich annähernd sieben Millionen Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung.
http://www.iass-potsdam.de/de/content/luftverschmutzung-und-klimawandel
Wer die,auch in Deutschland, Entwicklung des Klimawandels beachtet, muss eigentlich zur Erkenntnis kommen, dass nur die Umstellung auf EE auf den Gebieten Energie ( Strom) Heizen und Verkehr der Menschheit einen bewohnbaren Lebensraum zu gewährleisten.
Auf den Ausgangspunkt über Windräder zurück.
Windenergie wird an hervorragender Stelle benötigt die Energiewende, so schnell wie technisch möglich, weiter auszubauen und nicht auszubremsen.
Dazu gehört nicht nur der Ausbau auf See, sondern eben auch der Ausbau für die dezentrale Energieversorgung
Bürgerenergieanlagen sind ein probates Mittel dazu. Das heißt, nicht nur der Besitzer des Landes für den Standort der Windräder soll verdienen, sondern auch Anwohner und jeder aus der Gemeinde, der etwas Geld investieren will und kann. Es gibt genügend Beispiele dafür, siehe
http://buergerwindpark-denkendorf.de/
Leider begünstigt nun die Bundesregierung mit der EEG-Reform und ihrem beschlossenen Ausschreibungsmodell die Konzerne.Sie werden klar bevorteilt und Bürgerenergie-Genossenschaften benachteiligt, wenn es um den Ausbau der Erneuerbaren geht.
Es wäre eine Aufgabe der Medien über die Gefahren des Klimawandels zu berichten und die
EEG-Reform nicht nur einseitig, wie gewünscht, den Menschen zu erklären.
Es ist ist meine persönliche Meinung zum Thema Windenergie.Ich weiß, dass viele interessierte Menschen meine Meinung teilen und auch weiterverbreiten .
Eine Einschätzung des Bund Naturschutz, mit vielen interessanten Links, findet ihr hier unter
http://www.bund.net/windkraft
Ich möchte zum Schluss immer wieder betonen, der Strom kommt zwar aus der Steckdose, aber nachdenken, wie er dahin kommt, sollte man doch schon mal.
Gruß
Ralf
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