Mittwoch, 23. September 2015

Wundersam

Dass jemals eine politische Lage in Europa entstehen würde, in der ich die Lagebeurteilung eines Herrn Orban teile, hätte ich noch vor einigen Monaten nicht für möglich gehalten. Gleichwohl, seit der Griechenlandkrise taugt die alt vertraute Grenzziehung zwischen linkem und rechtem Lager um die politische Position nachdenklicher Zeitgenossen zu beschreiben, nicht mehr.

Herr Orban lässt sich nicht gefallen, dass Ungarn auf deutsches bzw. EU Dekret hin ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel verordnet wird, der für alle Ungarn ohne sie gefragt zu haben, den Alltag umkrempelt. Selbstverständlichkeiten im Umgang miteinander die bislang für jeden gelten, werden zur Disposition gestellt. Ungarn müsse - so deutsche Regierung und Verlautbarung aus Brüssel - Flüchtlinge aus Nahost, Afghanistan, Eritreer  aufnehmen, ob es wolle oder nicht.

Es wird der Regierung Ungarns das Recht abgesprochen, die Grenzen des Landes gegen einen ungebremsten Zustrom von Menschen abzuriegeln um zu verhindern, dass die Landesgrenze punktuell und unter Gewaltanwendung gestürmt wird. Deren Absichten, Motive und Staatszugehörigkeiten ungeklärt sind aber offensichtlich aus einem anderen Kulturkreis kommen und  "Germany" das Ziel ihrer Sehnsüchte ist. Angestachelt durch Frau Merkels Verkündung: "Die Grenzen seien offen für alle".

Unterdessen versinkt der Münchener Hbf im Chaos, freiwillige Helfer eilen mit Plüschtieren, Wasserflaschen und Essbarem herbei um Lücken in der Versorgung zu schließen, die die Behörden nicht schließen können. Niemand ist in der Lage ad hoc zu bestimmen, wer flieht vor Bürgerkrieg, wer ist Salafist, wer kommt aus Marokko, Tunesien, Libyen oder Afghanistan. Die praktische Haltung der Bundesregierung dazu: "Spielt erst mal alles keine Rolle - rein lassen". Flüchtlinge werden irgendwann vom BAMF über die Bearbeitung von Asylanträgen herausgefischt, alle anderen müssen zurück oder auch nicht. Die Prüfung kann dauern bei der BAMF liegen hunderttausende von "Altanträgen" unbearbeitet herum.

Deutschland wird unterdessen zum "Hottentotten Staat". Jetzt ruhen unsere Hoffnungen zur Begrenzung des Chaos auf Herrn Orban und anderen Mittel- und Osteuropäische Regierungen, die hoffentlich unbeugsam bleiben.

Gruß

Paulus

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