Freitag, 23. Juni 2017

Zur gestrigen M. Illner Sendung

Scheitert Europa an den Flüchtlingen?!

Nein, Europa scheitert nicht an den Flüchtlingen, sondern an den Interessen des Kapitals!

Denn auch die Flüchtlinge sind leider nur das Opfer und damit NICHT die Ursache, sondern die (Aus)Wirkung der Interessen des Kapitals und der Kapitaleigner!


Nie wurde dies offensichtlicher, als in der gestrigen M. Illner Sendung!

https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner/vor-dem-eu-gipfel-helfen-oder-abschotten-scheitert-europa-an-den-fluechtlingen-sendung-vom-22-juni-2017-100.html

Und so hatte jeder einzelne Teilnehmer dieser Sendung mit Teilen seiner Aussage durchaus recht und Teilaspekte richtig dargelegt! Natürlich auch immer unter den eigenen „Gesichtspunkten“ und der eigenen „Ideologie“!


Am deutlichsten wurde dies an den emotionalen Aussagen von Jörg Thadeusz. 
Selbstredend ist humanitäres Handeln ein grundlegender Wesenszug von Menschlichkeit und daher auch im Menschen angelegt. Deshalb wurde auch vieles, eben mit der Hilfe der Ehrenamtlichen, also derer, bei denen dieser menschliche Wesenszug Teil ihres Alltags ist erreicht. Aber nicht jede Hilfe ist auch eine tatsächlich humanitäre Hilfe und hilfreich. 
Solange man sich nur mit und über die (Aus)Wirkungen der „Flüchtlingsursache“ beschäftigt und darüber streitet, wie man mit notleidenden Menschen umzugehen hat. Solange wird es ein „wir schaffen das“ niemals geben (können)!

Die neoliberale Doktrin des „jeder ist seines Glückes Schmied“, „wer nur will, schafft es auch“, „fördern durch fordern“ zeigt doch gerade an dieser „Flüchtlingskrise“ und dem damit verbundenen Leid der Menschen, wie verlogen und falsch diese Doktrin ist! Selbst in dieser Runde waren sich doch alle darin einig, dass man „dies“, so wie es derzeit ist weder will, noch so bleiben kann!
Was genau ist dann der Grund dafür, dass trotz allen Wollens, umsetzen von „Erkenntnissen“, richtungsweisender Politik und Gesetzgebung durch die entsprechend Verantwortlichen die „Lage“ nicht besser, sondern glaubt man den – auch in dieser Runde wieder geäußerten - „Prognosen“ noch schlimmer werden wird?!



Natürlich wären „wir“ aufgrund des materiellen Wohlstands, Reichtums und Kapitals weltweit in der Lage, die Not der Menschen zu lindern! Aber dazu müsste es zu einer „Umverteilung“ dieses Reichtums, Kapitals und Wohlstands kommen!

Von daher ist die Aussage „wir“ als „reiches Land, und erst recht als reiches Europa“ (ist dies in Wahrheit und tatsächlich auch so?!) schaffen das, müssen das schaffen in dieser Absolutheit falsch und verlogen. Wir müssen unseren Wohlstand teilen nichts als eine ideologische Floskel! Eine Lüge und ein Täuschungsmanöver! Dies wurde insbesondere eben auch wieder an den ideologisch geprägten Aussagen eines Thadeusz sehr deutlich! Weshalb sonst seine Seitenhiebe auf Schulz, Gabriel und die SPD und nicht ebenso auf Merkel, de Maizere und die CDU?!
Fordert eine SPD oder erst recht eine LINKE Solidarität, dass „die Reichen“ ihren Wohlstand mit den Ärmeren, also Notleidenden teilen sollten, dann gefährdet dies gleich den Wohlstand aller! Dann sind dies kommunistische Gedankengänge und unverantwortlich!

Im Kleinen liegt das Große! Und es ist einfach eine verlogene und scheinheilige Diskussion, insbesondere derer, die „Merkel´s Humanität“ so heraus streichen. Wenn es darum geht Humanität und Solidarität im eigenen Land einzufordern, dann ist dies „Pfui“!
Entweder ist Solidarität und Humanität der „richtige Weg“, oder er ist es nicht! Es kann nicht sein, dass Solidarität und Humanitär immer nur von denjenigen gefordert wird, die diese sowieso erbringen!
Merkel 2015: „wir schaffen das“, wäre nichts als eine leere Worthülse geblieben, wenn es nicht die Solidarität und Humanität des eigenen Volkes gegeben hätte!
Unter Merkel 2016 und 2017: die Umsetzung des „wir schaffen das“ findet seinen Niederschlag in ständig veränderten Gesetzen, Auslegungen, Ausgrenzungen und Abschiebungen! Damit wird die so gepriesene humanitäre Entscheidung der Kanzlerin doch von ihr selbst widerlegt! Sie selbst „muss“ sich revidieren und ihr „wir schaffen das“ dahingehend konkretisieren, dass „wir (nur) das schaffen“, was „wir“ auch schaffen (also per Richtlinien und Gesetzen) wollen!
„Wir schaffen das“, was bisher geschafft wurde, konnte nur durch all die Ehrenamtlichen und Freiwilligen und deren Menschlichkeit umgesetzt werden. Nicht aber durch die Regierung und die Kanzlerin.
Die „humane Geste“ einer Merkel ist längst zu einer Lüge und Umkehr ins Gegensätzliche geworden!
Denn wie kann „man“ eine richtige politische Richtlinie der Solidarität und Humanität des Jahres 2015 im Nachhinein korrigieren und nun der Abschiebung, des Abschottens und der Ausgrenzung das Wort reden, wenn „wir es doch schaffen“ und es doch 2015 noch das „einzig Richtige“ war?! Der Wohlstand und Reichtum bestand doch auch damals schon?! Und war es nicht auch Merkel, die sich dies als Verdienst ihrer Politik und Richtlinienkompetenz zuschrieb?!



Von daher zeigt sich auch deutlichst, dass „man“ wohl zwischen einer „konservativ rechten“ und einer „linken“ Solidarität und Humanität unterscheidet! Von der Definition der „Ursache an sich“ - nämlich dem tatsächlichen Wollen - ganz zu schweigen!

Die verantwortlichen Entscheidungsträger definieren nun also „neu“, anders als bisher, was mit Solidarität und Humanität tatsächlich zu „schaffen“ ist und was nicht! Demzufolge kann und ist nach deren eigenen Definitionen Solidarität und Humanität „eingrenzbar“ und somit eben nicht „grenzenlos“ und als allgemein menschlich im Wesen des Menschen angelegt?!

Genau daran zeigt sich dann auch die Verlogenheit, Scheinheiligkeit und das eigentlich wahre Interesse derer, die glauben, dass man nur wollen müsse, sein Glück selber schmieden und schon hätten „wir“ eine heile Welt des Wohlstands überall?!
Wenn es nur am „wollen“ und dem „schmieden des eigenen Glücks“ liegt, weshalb „schmieden sie dann nicht das, was sie ja angeblich (in Sonntagsreden verkündend) wollen?! Weshalb produziert ihre so angeblich erfolgreiche Politik dann derartige Situationen weltweiten Leides?! Können sie dann doch nicht, was sie wollen und das Glück schmieden, oder wollen sie nicht, was sie könnten?!

Was „wir“ aber z. B. wollen ist, die Kosten für den Verteidigungshaushalt (vor welchen Angriffen müssen „wir“ uns eigentlich seit Jahrzehnten schützen?) auf ca. 35 Milliarden Euro erhöhen! Für den G20-Gipfel in Hamburg werden angeblich ca. 400 Millionen Euro als Ausgaben notwendig!
Wer fürchtet hier eigentlich was?! Wen und was müssen „wir“ schützen, verteidigen und vor was eigentlich?!

Humane und solidarische Regierungshäupter, deren einziges Ansinnen das Wohl und Wehe der Menschen ist?! Die sich gegenseitig ständig auf die Schulter klopfen, ob ihrer bisherigen grandiosen Politik und Leistungen?!
Ich dachte bisher immer, dass Wohltäter keinerlei Ängste haben müssen, sondern Anerkennung erfahren?! Weshalb müssen sie sich dann verbarrikadieren?!
Also am materiellen Wohlstand, am nötigen Kapital fehlt es wohl nirgends! Aber die Ein- und Umsetzung des selbigen hat bei den EntscheidungsträgerInnen wohl andere Prioritäten als Solidarität und Wohlstand für ALLE! 
Und es ist eben nicht so verteilt, dass ALLE daran partizipieren (können)!
Dies ist aber genau der umgesetzte Wille und das Wollen! Denn ansonsten hätte "man" dies ja längst anders handhaben können!





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