Sehr geehrte Frau Hayali,
darf ich fragen, was genau Sie mit Ihrem letzten Satz "Bleiben
Sie anständig!" meinen?!
https://www.facebook.com/DunjaHayali/posts/pfbid0oUSE1Hh3ZGJhJwPGg195g5qkZvhXG4sxFnnXnkrfDuznfeYtTJg58kdZSK4fwPwnl
Zum Thema selbst habe ich
mir vor längerer Zeit schon mal so meine eigenen Gedanken gemacht,
die ich gerne hier einstelle, auch wenn es viel Text ist:
Vielleicht zum Thema
passend ein paar Gedanken, die ich mir schon vor längerer Zeit bzgl.
der Tafeln – als ich in der „Weltstadt mit Herz“ die Zunahme
der Bedürftigen sah - gemacht hatte.
„Samariter“ und
„Glücksschmied“ (oder die, das „falsche“ System aufrecht
erhaltende Barmherzigkeit)
Es war einmal.... ein
Samariter und Glücksschmied, der sich freiwillig und gerne in den
Dienst anderer Menschen stellte. Lob und Anerkennung durch Andere
waren im Lohn genug. Er hatte die Lehre Jesu, aber auch weltliches
Wissen aufgesogen und auch in die Tat umgesetzt.
[Allerdings handelt es
sich bei den Gleichnissen Jesu eben um Gleichnisse eines Propheten,
also um das nicht direkt sagen dessen, was eigentlich mit solchen
verschlüsselten Aussagen gemeint war. Und es handelt sich eben auch
nur um eine Teilaussage Jesu, bezogen auf – für diese Zeit –
aktuelle Situationen. Die Kernaussage und dessen tatsächliche
Botschaft aber mündet darin, dass Jeder bitten könne und empfangen
würde. Dass er nur der Erstgeborene sei, der den Nachgeborenen nur
vorausgegangen war. Der diesen Nachgeborenen und seinem Weg
Nachfolgenden mit auf den Weg gab, dass sie ihre Nächsten lieben
sollten, wie sich selbst. Und dass alle Menschen die Kinder Gottes
seien. Herkunft, Aussehen, materielle Güter spielten dabei keinerlei
Rolle. Dass man also ALLES so annehmen sollte, wie es sich
darstellte. Er zeigte auch auf, dass der Weg noch nicht das Ziel sei
(und sein kann), und Jeder sein eigenes Kreuz (welches ihm auferlegt
und von daher wohl nicht freiwillig erwählt und selbst „geschmiedet“
ist) erst mal auf sich nehmen müsste, ehe er in den „Himmel“
(das Ziel) auffahren könne. Und Jesus prangerte die Missstände vor
Ort und in seiner Zeit an, wenn es ihm notwendig schien.]
Andererseits vertrat
dieser Samariter aber auch die Meinung, dass Jeder seines Glückes
Schmied sei und seine Hilfe nur Hilfe zur Selbsthilfe (also das
eigene Glück zu schmieden) sei.
Daher stellt sich mir die
Frage: weshalb hat „man“ dann sein Glück nicht von Anfang an
selbst so geschmiedet, dass man keine Hilfe zur Selbsthilfe
benötigte?! Wenn Jeder doch seines eigenen Glückes Schmied ist,
weshalb bedarf es dann der „Samariter“ (oder auch eines
„erstgeborenen Sohn Namens Jesus“, welcher den zu beschreitenden
Weg vorausgegangen sei)?! Wozu?! Wollen oder können diejenigen,
welche des Samariters bedürfen ihr Glück nicht selber schmieden?!
Hätten sie allerdings ihr Glück bereits in der Form selbst
geschmiedet, wie es der Samariter vorfand/vorfindet, was will dann
ein Samariter an diesem genau so „selbst geschmiedeten“ Glück
korrigieren, lindern, bzw. als Hilfe zur Selbsthilfe verbessern?!
Wenn doch jeder sein Glück genau so selbst geschmiedet hatte?!
Da schmiedet dann auch ein
Samariter nicht mehr „nur“ sein eigenes Glück, sondern er
versucht mit seinem Dienst auch noch das Glück Anderer zu
„schmieden“?!
Ist es dann nicht so, dass
es Samariter nur deshalb gibt und geben kann, weil es auch
Bedürftige, also jene gibt, die nicht ihr eigenes Glück schmieden
können?!
Dann ist auch des
Samariters eigenes geschmiedetes Glück erst dann sein eigen
geschmiedetes Glück, wenn er einen Bedürftigen findet, welchem er
dessen eigenes Glück – weil dieser es entweder nicht so konnte,
wie dieser selber wollte, oder wie es der Samariter glaubt wollen zu
sollen, oder es dieser Logik zufolge genauso geschmiedet werden
„musste“ – und damit auch sein eigenes erst vollenden würde?!
Wer aber schmiedet dann wahrlich sein eigenes Glück selber?!
Wer aber ist dann frei und
zwar so frei und tatsächlich in der Lage, sein eigenes Glück zu
schmieden, wie es die Lehre Jesu eben auch – und zwar als das Ziel
schlechthin – verkündet?! Bedürfte es überhaupt der Lehre Jesu,
wenn doch Jeder seines eigenen Glückes Schmied ist?! Bräuchte man
dann überhaupt noch Samariter?! (Ja, derer bedarf es und zwar
solange, solange sich Jeder noch auf seinem Weg und nicht am Ziel
befindet.) Das Eine (Positive) geht ohne das Andere (Negative) nicht.
Wenn Bedürftige der
Samariter bedürfen, dann sind sie eben auch von diesen Samaritern
abhängig. Andererseits ist aber auch der Samariter davon abhängig,
dass es Bedürftige gibt, an welchen er seine Dienste ausüben kann?!
Was ist dann das Lob und
die Anerkennung (also eine positive Beurteilung) Anderer wert? Was
ist dann Tadel, Kritik und Ablehnung (also eine negative Beurteilung)
wert, wenn im Prinzip nur die gegenseitige Abhängigkeit belobigt und
anerkannt wird?! Welches Glück wird dann und von wem geschmiedet?!
Offensichtlich ist, dass
wir Menschen aufeinander angewiesen sind. Dass wir nur gemeinsam das
sein können, was wir sind.
Dass „Gott“ (das
Leben) nur dann „Gott“ (das Leben) ist, wenn es sich gegenseitig
„befruchtet“.
Wenn also nicht mehr das
Prinzip „teile und herrsche“, sondern das Prinzip „Liebe,
Nächstenliebe“ das primär umgesetzte Denken und Handeln ist.
Deshalb bin ich auch
dankbar dafür, dass mir andere Menschen durch ihre Meinung den
Anstoß dafür geben, immer wieder über das Leben und damit auch
mich selbst nachzudenken.
Denn so wird auch aus
zunächst scheinbar „Negativem“ letztlich immer ein Gewinn und
damit „Positives“, wie es schon in Jahrhunderte alten Märchen
und Sagen gleichnishaft erzählt wurde und wird.
Nur so wird der Frosch zum
Prinz, das Aschenputtel zur Prinzessin, der Bettler zum König und
andere Verwunschene erlöst.