als Post deshalb, weil ich bei der
Kommentarfunktion sonst mehrfach stückeln hätte müssen.
Werte Marie,
es ist sehr fragwürdig um nicht zu
sagen unredlich, den meisten Deutschen vorzuwerfen, dass sie Angst
davor hätten, dass ihnen die Flüchtlinge etwas (was sie auch ohne
Flüchtlinge NIE bekämen) weg nähmen. Um dann absatzweise
anzuführen, was „uns“ die „Ossies“ alles weggenommen hätten
oder immer noch wegnehmen!
Entweder „man“, also auch Du hast
ein so großes Herz und tatsächlich wahre Empathie, dass Du froh
bist, wenn es, egal welchen Menschen diesen HEUTE besser geht! Oder
„wir“ bestimmen, welchen Menschen wie zu helfen ist, dass es
ihnen wann und in welcher Form besser gehe.
Sich darüber zu
beklagen, dass Menschen, in diesem Falle Flüchtlinge besser (ohne
jegliche Differenzierung), oder anders zu behandeln seien, ist genau
dies, was diesem „verlogenen System“ zu Grunde liegt! Und was den
„Hardlinern“ auf allen Seiten die unsicheren, weil ängstlichen
Menschen in die Hände treibt.
Da mangelt es m. E. dann genau auch
an der insbesondere von „Linken“ propagierten Gleichbehandlung,
Gleichheit der Menschen.
Womit wir beim entscheidenden Punkt jeder
Diskussion angekommen wären.
Nämlich der Gerechtigkeit gegenüber
Jedermann/-frau! Und ich habe generell ein Problem mit
Ungerechtigkeit! Wie eben auch Du und all jene, die versuchen für
mehr Gerechtigkeit zu „kämpfen“.
Dies geht aber nur dann gemeinsam, wenn
„man“ sich auf ein – für alle Menschen gleichermaßen gültiges
– Recht mit entsprechender Gerechtigkeit einigt. Das nicht von
entsprechenden Mehrheiten abhängig ist, sondern sich am Recht an
sich orientiert. Dies bedeutet, dass „man“ sich – egal wo und
wer – zunächst in der „Sache und damit künftigen Ursache“ auf
ein einheitliches Recht, ein Rechtssystem mit einheitlicher
Rechtsauslegung einigen müsste.
Die Differenzen, die
Meinungsverschiedenheiten, die Streitereien und in der Folge dann
eben die menschenunwürdigen Handlungen resultieren aber aus
verschiedenen Rechtssystemen und damit verschiedener
Gerechtigkeitsauslegung. Unter anderem auch abhängig (NICHT vom
Recht) von „Mehrheiten“!
Je nach „Mehrheit“ der
Herrschenden, Mächtigen wird ein Recht mit Gesetzen installiert,
welches angeblich für Gerechtigkeit bei all jenen sorgen soll, die
von der „Mehrheit“ regiert, geführt und beherrscht werden.
Da
bin ich dann bei Deinem nächsten Punkt. Wenn also Gerechtigkeit auf
„Mehrheiten“ beruht, ein Ausdruck von Gerechtigkeit sei, frage
ich mich, weshalb „wir“ dann nicht einfach die „Mehrheiten“
akzeptieren?! Der Grund ist ganz einfach. Dass eben per se nicht eine
Mehrheit für Recht und Gerechtigkeit sorgt und steht. Sondern die
regierende, herrschende Macht (durch Mehrheit/en oder auch mit Gewalt
an selbige gekommen) das Recht und damit eben die Gerechtigkeit
bestimmt!
Weil es dann eben – wie stets in der
Geschichte – benachteiligte, also ungerecht behandelte Menschen gab
und gibt, erheben sich dann diese gegen dieses „ungerechte System“!
Und schon haben wir Kriege, Revolten und Revolutionen und diese
fraßen bis dato und werden auch künftig ihre eigenen Kinder
fressen! Gerade bahnt sich in Frankreich eine „rechte“ Mehrheit
an! Die ebenfalls von sich behauptet zu wissen, was für die Menschen
gerecht sei. Willst Du diese genauso wehrlos hinnehmen, wie die
Mehrheit der „Ossies“, welche zur DM wollten?! Dies ist jetzt nur
die Schlussfolgerung aus Deiner Betrachtung, dass „wir“ uns nicht
gegen die „Ansprüche“ der Mehrheit der „Ossies“ wehren
konnten! Also können wir uns auch nicht gegen die „Ansprüche“
neuer Mehrheiten wehren?! Dann brauchen „wir“ uns auch
gegenseitig nichts mehr an den Kopf werfen, denn die „Mehrheit“
wird es schon „irgendwie“ richten?! Sollte ich eine falsche
Schlussfolgerung aufgrund meiner Interpretation gezogen haben, so
kann diese bei gutem Willen auch wieder aufgelöst und geklärt
werden.
Und um es noch deutlicher (mag evtl. auch „ver-rückt“
klingen) zu machen, worum es mir bei Menschen geht. Der flüchtende
Ossie, der aus dem „System“ des Ostens, weil er darunter litt,
fliehen wollte und an der Mauer erschossen wurde, ist genauso tot,
wie jeder andere Mensch der stirbt, weil er vom „System“, unter
welchem er leidet und vor dem er fliehen wollte oder musste, getötet wurde.
Da ist der
Tod dann wohl am gerechtesten. Er unterscheidet nämlich weder in den
Lebens- oder Leidensumständen, noch im Ansehen der Person, dem
Reichtum oder der Armut.
Dass dies NICHT Dein Ziel und Deine
Sichtweise ist, davon bin ich überzeugt. Aber dann sollten wir uns
alle bemühen, das „andere Ziel“ nicht genau mit den Methoden
erreichen zu wollen, welche die gesamte Menschheit genau dahin
führten, wo sie sich heute befindet!
Sondern „unser“ Ziel ist
es doch wohl, dass das Dasein/Leben für alle Menschen und zwar nicht
erst durch den Tod gerechter gestaltet werden müsste?! Und nicht
erst der Tod für „Gerechtigkeit“ sorgt.
Dies ist mein
„esoterischer und pseudo-philosophischer“ Ansatz. Gerechtigkeit
gegenüber jedem Menschen anzuwenden und walten zu lassen. Und dies
nicht erst nach dem Tod oder im Jenseits. Dazu müssen aber eben all
diejenigen die „guten Willens“ sind, auch gemeinsam am Recht,
Rechtsverständnis interessiert sein, dieses wollen und daran
„arbeiten“, dass dieses umgesetzt wird.
Wer aber per se dem
„anderen“ keinen „guten Willen“ unterstellt, wird auch keine
Einigkeit mit diesem „anderen“ erreichen. Alles andere ist doch
bisher gescheitert, oder etwa nicht?! Weshalb denn sonst all die
„Mahnrufe“, die Ängste vor dem nächsten, größeren Krieg?!
Selbst „unser“ demokratisches Recht/Rechtssystem ist doch nicht
in der Lage, das umzusetzen, was es sich „vornimmt“! Im Zweifel
verstößt „man“ dann schon mal gegen des selbst erlassene Recht
und Gesetze! Wie aktuell im Syrien-Konflikt! Trotz der „Erfahrungen“
mit Ex-Jugoslawien! Von den USA ganz zu schweigen! Und „wir“,
Deutschland, die EU und die USA sind es doch, die von ihrem System
als dem „besten, demokratischstem, gerechten“ sprechen, überzeugt sind und alle anderen (auch mit Gewalt???!!!) davon überzeugen wollen (müssen)! Andere
Länder wie China, Russland, Saudi Arabien wiederum behaupten, dass
ihre System das „beste und gerechteste“ wären?! Was also ist nun
tatsächlich „gerecht“?! Gesetze haben sie alle gemacht und
machen sie ständig! Aber die Gerechtigkeit ist bis dato dabei noch
nicht zu Tage gefördert worden!
Der eigentlich „esoterische“
und „religiöse“ Ansatz ist von daher ja tagtäglich bei den
„Herrschenden“ zu greifen. Sie sind es doch, die genau wie die
Religionen, Sekten und was weiß ich noch, den leidenden Menschen
versprechen, dass sie KÜNFTIG dafür sorgen werden, dass das Leid
von ihnen genommen wird. Die Sekten und Religionen verweisen dazu auf
die Zeit nach dem Tod. Die „Herrschenden“ verweisen auf die
nächsten Generationen. Also auch auf einen späteren Zeitraum! Sie
treffen sich doch inzwischen schon fast regelmäßig um zu verkünden,
dass sie alles für eine bessere Zukunft tun wollen, ja müssen. Also
auch auf einen Zeitraum, welchen viele Menschen nicht mehr erleben!
Wenn dies nicht eine grandios, esoterische Geschäftsidee (also etwas
theoretisch nebulöses) ist, als sich „berufen und vorab schon mal
belohnen“ lassen dafür, dass man „verheißt“ und verkündet,
man werde sich künftig mehr darum bemühen, dass alle Menschen mehr
oder weniger „paradiesisch“ leben könnten, was dann?! Während
gleichzeitig, also im Hier und Jetzt eine große Mehrheit der
Menschen bereits die – ebenfalls für später, „danach“ -
verkündete Hölle erleben?! Und ob ich „den Himmel“ erfahre oder
das Nichts nach dem Tod spielt nur insofern und sekundär eine Rolle,
als das sich ständig der Hinweis auf ein „Danach“ verfestigt.
Und sich also Niemand aktuell und noch zu Lebzeiten für die
Gerechtigkeit (welche dann scheinbar und angeblich nur der Tod
bringt) einsetzen muss. So wird seit Jahrtausenden genau dieses
Trachten nach Gerechtigkeit immer und immer außer Kraft gesetzt und
auf die nächsten Generationen verschoben.
Zur
Rentendiskussion mit Ralf kann ich nichts sagen, da ich mich mit der
Materie seit meiner Lehrzeit bis zum Reg.Ass. arbeitend in der LVA
Obb., als die Deutsche Rentenversicherung noch in selbige aufgeteilt
war, nicht mehr detailliert beschäftige. Eines stieß mir allerdings
schon damals sehr menschenunwürdig auf. Nämlich, dass Menschen,
welche zwar nachweislich, schon um des eigenen Lebenserhaltes willen
arbeiten mussten, Rentenauszahlungen in Pfennigbeträgen erhielten.
Einmal im Jahr ausbezahlt, weil das Porto für den Bescheid, wie auch
die Kosten für die Überweisung höher war, als die Rente! Nur weil
es ihre Arbeitgeber „versäumt“ hatten, Rentenbeiträge zu
entrichten! Damals war mir schon klar, dass unser Renten- bzw.
Pensionssystem (Arbeiter versus Beamte) sehr ungerecht war und heute
immer noch ist! Da war von den „Ossie-Renten“ noch gar nicht die
Rede!
In der Hoffnung, dass Du diese Replik
als Antwort betrachten kannst und evtl. etwas „wohlwollender“
meine Interpretationen und Schlussfolgerungen betrachten kannst. Im
Zweifel lassen sich Fehlinterpretationen bei „gutem Willen“
korrigieren und beseitigen.
Gruß, auch an alle
Mitlesenden
Robert Kroiß
PS: ach ja noch Eins. Ich
speichere weder Emails, noch Beiträge und Forenkommentare von mir
oder anderen, um hinterher „was auch immer“ zu beweisen oder
rechtfertigen zu können. Sollte ich Fehler machen, dann kann ich
dazu stehen, diese korrigieren und versuchen künftig zu vermeiden.
Ja und ich bin durchaus auch in der Lage mich für meine Fehler zu
entschuldigen.
Aber ganz sicher bin und will ich auch gar nicht in
der Lage sein, „vergossene Milch“ nochmals aufzuwärmen. Dies
gehört vmtl. auch zu meinem „esoterischen und
pseudo-philosophischen“ Ansatz. Nämlich, dass ich gutgläubig bin
und nicht für alles einen Beweis benötige. Aus dem Alter „weil du
mir...., deshalb jetzt ich dir...“ bin ich längst raus.
Manchmal dient eine nicht
geäußerte Meinung der Diskussion und dem Ganzen mehr, als eine
evtl. falsch formulierte, oder falsch interpretierte Meinung.
© Robert Kroiß