Donnerstag, 4. April 2013

neueste Antwort von Walter Neumann auf meinen Post (Antwort) vom 3.4.

Sehr geehrter Herr Robert Kroiß.

Es ist etwas schwierig, jetzt auf zwei Homepages über das gleiche Thema schriftlich zu diskutieren und weitere Diskutanten mit einzubeziehen.

Bezug nehmend auf meine Beiträge von gestern und heute bei Wanda Müller möchte ich jedoch hier zusätzlich auf Ihren Beitrag noch eingehen.

Ihre Zustimmung zu Heiner Klein, dass alles ohne Gott sinnlos wäre, kann nur bedingt zugestimmt werden. Da wäre zuerst einmal zu hinterfragen, wie sich Sinnlosigkeit definiert? Ist es wirklich ein sinnloses Leben für Lebewesen, ohne dass Gott existiert? Was ist mit Tieren, Fischen, Pflanzen? Leben sie sinnlos, weil sie von Gottes Existenz nichts wissen? Ist ein menschliches Leben nur im Bewusstsein des Weiterlebens in einer anderen Form ein sinnvolles Leben?

Ist da nicht letztendlich die Hoffnung auf ein Weiterleben die ausschlaggebende Meinung, ein Leben ohne diese Möglichkeit wäre sinnlos und dürfte damit vielleicht "weggeworfen", "beendet" werden? Auch wenn es keinen Gott gibt und nach meinem Tode alles zu Ende ist, ich nur in andere Daseinsformen übergegangen bin ohne eigenes späteres Wissen darüber, fand ich mein bisheriges Leben überhaupt nicht sinnlos und werde mein restliches zukünftiges Leben genau so wenig sinnlos ansehen!

Was ist denn, wenn die Lehrmeinungen der verschiedenen Religionen gar nicht zutreffen, dass ein existierender Gott wirklich uns Menschen ein irgendwie bewusstes Leben nach dem Tode ermöglichen will? Dann war doch nicht das uns geschenkte Leben als Mensch sinnlos, sondern nur der Glaube an eine "Wiedergeburt" oder an ein irgendwie geartetes "Weiterleben" sinnlos. Mehr nicht, aber auch nicht weniger! Dann bleibt doch das aktuelle Leben nicht sinnlos, auch wenn es für uns unwiderruflich vergänglich und nicht erinnerbar ist.

Ich denke mir, dass viele Menschen nur im Hinblick auf ein Leben nach dem Tode an solch eine Religion glauben, ja glauben wollen, in der Hoffnung, dass sie dabei sind, wenn es das gibt. Diese Hoffnung hat viele Menschen dazu angehalten, ihren oberen "Heilsverkündern" zu glauben, dafür zu darben und auch zu töten. Dieser Übereifer, den wir heute noch vorfinden, nicht nur bei gewissen Moslems, welche durch Selbstmorde glauben, Allah stelle ihnen dafür 99 Jungfrauen zum eigenen Vergnügen zur Verfügung, sondern auch aktuell die Buddhisten in Myanmar, welche durch eine Stadt zogen und viele Moslems wahllos töteten; das geschieht so seit Jahren in "schöner Unregelmäßigkeit"!

Sollte es keinen Gott geben, dann merken sie nicht einmal, dass sie zu Lebzeiten "genaseweist" wurden oder sie beteten den falschen Gott an, in dessen "angeblichem Auftrag" sie töteten, und werden vom tatsächlich existierenden anderen Gott dafür "verdammt". Dann werden sie wenigstens einmal wissen, dass ihre Handlungen falsch waren und sie für ihre Untaten zur Rechenschaft gezogen wurden. Für die Ermordeten leider zu spät!

Für Menschen ohne bzw. ohne festen Gottesglauben ist ein fehlender Gott ja kein "Malheur"! Selbst ein doch existierender Gott dürfte für diese Menschen nicht negativ ausgehen, wenn sie sich zu Lebzeiten vernünftig verhalten haben. Nun ist vernünftig verhalten sicherlich eine Auslegungssache und auch je nach Kulturkreis, eine in Nuancen andersgeartete Lebensweise. Sie wäre für unseren Kulturkreis noch zu definieren, was einer eigenen Betrachtung überlassen bleiben sollte.

Bei Wanda Müller war ich ja in meiner Antwort an Heiner Klein schon darauf eingegangen, dass ich einen Ruf Gottes an mich "noch nicht" verspürt habe. Und wenn er denn ruft, mich auslässt, dann kann ich dies nicht ändern, will ich auch nicht ändern. Wer bin ich gegen die Allmacht Gottes, gegen seine Allwissenheit, dass wenn er etwas will oder nicht will, ich daran zu mäkeln habe/hätte? Er wird wissen warum ich nicht und andere doch oder was alles Denken aller Menschen inklusive deren Austausch und Überlieferungen in jedem einzelnen Menschen für Gedankengänge freisetzen und welche nicht. Und danach wird einmal sein Urteil gesprochen werden, da bin ich mir ziemlich sicher und darauf vertraue ich fest, immer vorausgesetzt, es gibt ihn wirklich. Wenn nicht, sind solche Gedanken an später sowieso Makulatur! Aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Für heute mit freundlichen Grüßen

Walter Neumann



Ein paar Gedanken (Fragen) von mir

zu den Fragen von Walter Neumann hier: http://wanda-mueller.de/nachricht-an/ vom 4.4. um 13:57 Uhr:

Sein und Schein, Wahrheit und Lüge; was ist „unsere Welt“?


Man kann doch nur „(ver)leugnen“, was auch existiert, bzw. was einem „bekannt“ ist, bzw. bekannt zu sein scheint. Man kann ja auch nicht „die Lüge“ leugnen, sondern nur die Wahrheit. Denn Lüge ist ja bereits verdrehte, ge- und verleugnete Wahrheit. Muss man dazu aber dann nicht ZUERST die Wahrheit KENNEN, um sie überhaupt leugnen zu können? Um der „Lüge“ überhaupt erst eine Gestalt zu geben und damit Wirklichkeit (also der „Schein/Abglanz der Wahrheit“) werden zu lassen?! Mann kann nicht die Lüge lügen und leugnen, sondern nur die Wahrheit. Und eine geleugnete und gelogene Wahrheit erzeugt eben eine entsprechende Wirklichkeit und eine „gelogene Wahrheit“. Eigentlich also nur einen SCHEIN (ein gelogenes und verdrehtes Spiegelbild der Wahrheit), anstatt SEIN. Und zwar auf Grund einer „verdrehten Wahrheit“. Man hat sich also der Lüge zugewandt und von der Wahrheit abgewendet. Und nun begründet man die Lüge damit, dass es die Wahrheit nicht gibt.

So sind Atheisten in Wahrheit auch gar keine Widersacher Gottes oder Gottes Leugner. Denn dazu müssten sie ja DAS, was sie leugnen kennen. Wenn sie „ES“ aber verleugnen, ohne „ES“ zu kennen, dann wäre dies ja eine doppelte Lüge/Verleugnung?! Was aber sollte eine doppelte Lüge für einen Sinn haben, was bewirken?! Wenn sie „DIES – also in diesem Falle Gott“ - aber kennen und dann leugnen, dann stellt sich die Frage WESHALB leugnet man ETWAS, was man KENNT, aber angeblich gar nicht existiert?! Was Atheisten (ver)leugnen ist ein SCHEIN-Gott, ein Ab- und Zerrbild dessen, der von sich selbst sagt: „Du sollt Dir KEIN Bild machen“. Es ist DAS, was die Mittler „gemalt, beschrieben“ und als (ihre) Erkenntnis Gottes ausgelegt und verkündet haben.

Und so ist aus „der Welt“ auch eine Welt der Mittler und Verkünder geworden. Diese Welt ist nicht die Schöpfung Gottes, sondern eine fortschreitende Wirklichkeit und Welt, welche sich längst von Gott abgewendet und entfernt hat. Diese Welt hat zwar die „heiligen Schriften“, kann diese aber weder „wahrhaftig“ deuten, noch verstehen. Sie sind ihr zu einem „Menetekel“ ( einer Unheil ver-kündenden Warnung und selbst erfüllenden Prophezeiung) geworden.

Wie sonst ließe sich erklären, dass Leid und Übel zunehmen, das Verderben gedeiht, der Gemeine Ansehen genießt, der Nichts würdige reich wird, der Tor Weisheit vertritt und der in Wahrheit Ohnmächtige mächtig ist, aber all DIES NICHT zum Frieden und Wohlstand auf Erden, der Schöpfung?! Könnte es wohl Streit auf Erden geben, wenn JEDER sein würde, was er scheint und vorgibt zu sein?!

Wie sonst ließe sich erklären, dass die Menschen, Völker und Nationen von ihren Kulturen geschwächt und verdorben zurückgeblieben sind, statt gestärkt und erneuert, mit Zunahme der Güter und des Reichtums ärmer statt reicher geworden, mit wachsendem und wucherndem Wissen sich aber immer mehr Ratlosigkeit breit macht, statt guter Rat und Weisheit und warum schlussendlich wird die Erde, die Welt immer mehr verwüstet und vernichtet, anstatt zu einem „Paradies“ gestaltet zu werden?!

Die Religion ist ratlos geworden, das Rechtswesen taumelt, die Wissenschaft ist verwirrt, die Technik verwüstet das Land, die Kunst sinkt in Grimassen dahin, die Völker fallen zur Last usw.

Dies alles geschieht, obwohl es genauso geschrieben und prophezeit ist, dass dies geschieht, um die Betroffenen zu waren, dass sie „Gott“ – die Wahrheit – lieben sollen aus ganzem Herzen. Damit ihnen das „üble Werk“ NICHT zukomme und ihnen nicht nach ihrem üblen Werk geschähe. Es steht geschrieben, dass sie „Strafe“ erleiden werden, weil sie „Gott“ - also die Wahrheit- nur mit ihren Lippen nahen, statt mit dem Herzen. Und seine Furcht nur angelernte Satzungen sind. All dies kann nicht erkannt werden, obwohl der „Fortschritt“ auf allen Gebieten zugenommen hat?!

Es ist nicht schwierig, ETWAS zu glauben, was man sieht (aber in Wahrheit eine Lüge ist)! Viel schwieriger ist es, etwas zu glauben, was man nicht sieht (aber in Wahrheit doch ist).
So kann man – muss man aber gar nicht mehr – den SCHEIN glauben, weil er ja sichtbar und damit Wirklichkeit ist. In Wahrheit ist dieser Schein aber nur der Abglanz des SEINS (der Quelle des Lichts und damit der Wahrheit) und eine „verdrehte Wahrheit“ des Seins, was vmtl. viel schwerer zu glauben ist, wenn man sich von dem SCHEIN als SEIN (Quelle und Wahrheit des Lichts) täuschen lässt.

Und so ist die LÜGE zu einer SCHEIN-Wirklichkeit geworden, welche man sieht und deshalb auch gar nicht erst glauben muss. Sie verbirgt allerdings auch das wahre Sein, die Wahrheit, welche (noch) nicht gesehen wird und deshalb nur „geglaubt“ werden kann. Und nur wer an diese „Wahrheit („Gott“)“ glaubt, kann dies auch erkennen und für sich selbst umsetzen.

All dies wurde von Menschenhand in vielen Schriften niedergeschrieben. Wenn es also „KEINEN Gott“ gäbe und diese Schriften NUR dem Erkenntnisstand und Wissen von Menschen (Evolution), also einem reinen Menschenwerk zu verdanken wäre, dann stellte sich – zumindest für mich – immer noch die Frage, weshalb erfüllen Menschen nicht mal ihre eigenen Erkenntnisse und handeln nach ihrem Wissensstand?! Wieso handeln sie dann wider ihr besseres Wissen?! Weshalb also „verleugnen“ sie sich selbst?!

Haben die „Wissenden“ und „Weisen“, die „Mittler“ und Führer ganzer Völker und Kulturen ihren Völkern nur einen „SCHEIN-Gott“ und eine „SCHEIN-Welt“ mit einer „SCHEIN-Wahrheit“ verkündet, damit sie „Mittler“ bleiben können und sind?! Was wäre, wenn der von ihnen verkündete „Gott“ existierte?! Wenn dieser – wie ebenfalls von ihnen verkündet – eines Tages SELBST käme?!
Wenn nun jeder Mensch tatsächlich der würde, der er in Wahrheit (und nicht SCHEINbar) ist?! Wenn Gott Mensch würde (wie im Gleichnis beschrieben) und der Mensch „göttlich“?!
Wäre ihre „Mittlerschaft“ dann nicht beendet?! Was wären sie dann noch?! MITTELLOS!

Und genau diese Furcht vor der „Mittellosigkeit“ bestärkt sie in ihrem Handeln. In ihren Lügen und dem Aufrechterhalten IHRER Scheinwelt.

Mittwoch, 3. April 2013

Fortsetzung des aktuellen „Themas Glauben“

Da sich an diesem „Thema“ nun auch Ralph Nietzschmann und Heiner Klein beteiligen, möchte ich einige Gedanken des zuletzt Geschriebenen aufnehmen.

Primär ergibt sich für mich aus dem bisher Geschriebenen, dass an und für sich ALLE daran interessiert sind, das „Dasein“ menschenwürdiger und „gerechter“ zu gestalten, ihm einen anderen SINN zu geben, als er sich bisher verwirklichte.

Jetzt hat Heiner Klein hier: http://wanda-mueller.de/nachricht-an/ am 2.4. etwas ganz Wesentliches zum Ausdruck gebracht:
Wäre der Mensch ohne Gott nicht ein vergängliches Wesen inmitten von Vergänglichkeit?
Somit hätte sein Dasein keinerlei Wert, auch wenn dem oft mit den unterschiedlichsten Argumenten widersprochen wird ( Glaube vs. Evolution!).
Es bleibt für mich dabei: Alles, was vergeht, ist doch letztlich (jedenfalls über kurz oder lang )sinnlos!?
Als Christ aber habe ich die Hoffnung auf eine Ewigkeit, mit der ich ja hier auf Erden schon verbunden bin. Damit macht nicht nur mein Dasein einen Sinn, sondern auch all mein Tun, was ich in Verantwortung vor diesem Kommenden in Angriff nehme und genommen habe.“

Hier hat Heiner Klein mit ein paar Sätzen etwas ganz Wesentliches und Wichtiges zum Ausdruck gebracht, was in dem bisherigen Dialog zwischen Walter Neumann und mir viel zu kurz kam, bzw. fehlte. Nämlich der Sinn, die Sinnhaftigkeit des Lebens an sich.
Und egal aus welcher Richtung man das Leben (ob von einer Evolution nach einem Urknall oder einem Schöpfer ausgehend) betrachtet, macht ALLES doch nur einen SINN, wenn es NICHT für IMMER vergänglich ist und nicht wieder im „Nichts“ - aus welchem es kommt - verschwindet. Ein derartiges Dasein machte doch weder für die Evolutionstheorie, noch für eine Schöpfungstheorie einen Sinn. Schöpfung und „Entwicklung“ hin zu einem auf „ewig“ vergänglichen NICHTS. Und alle „Bemühungen“ das Dasein „menschenwürdiger“ und „gerechter“ zu machen, MIT DEM ZIEL und SINN zu einem unwiderruflichem NICHTS wäre doch vergebliche „Liebesmühe“ und Zeitverschwendung. Denn ob ein „Ungerechter“, „Gerechter“, „Armer“ oder „Reicher“ im NICHTS „verschwindet“, würde doch absolut nichts am Dasein und damit am „Endergebnis“ ändern. Wozu auch eine „(Ver)Änderung“ der „Verhältnisse“, wenn es letztlich doch nur vergänglich ist und im NICHTS endet?!
Da aber ein derartiger „Gedanke“ nach einem menschenwürdigerem und gerechterem Dasein nicht der „Evolutionstheorie und damit dem Sieg des Stärkeren“ entsprungen sein kann, kann es vmtl. nur ein „göttlicher“ Gedanke sein. Es „muss“ jedenfalls ein „liebevoller“ Gedanke und Sinn sein, der diesem „Streben“ (s)einen Sinn gibt.
Und genau dies ALLES steht „gleichnishaft“ sowohl in der Bibel, als auch in anderen „heiligen Schriften“, aber auch in vielen Märchen und Sagen. Die Suche nach dem „Prinzen, dem Gral, dem Schatz, dem Glück, dem Stein der Weisen, dem ewigen Leben usw.“ und den „Wegen“ dorthin. Alles „Wegbeschreibungen“, „Schatzkarten“, welche aber niemals einer Evolutionstheorie entsprungen sein können, in welchem es „nur“ darum geht, dass der „Stärkere“ sein Ziel (in ein vergängliches NICHTS) erreicht.

So ist auch der Gedanke, wie ihn Ralph Nietzschmann bzgl. einer „linken Gerechtigkeit“, welcher er „nach strebt“ und äußert, auch „nur“ der Ausdruck einer (seiner) Suche nach Gerechtigkeit an sich. Aber gäbe es eine „linke Gerechtigkeit“, dann gäbe es auch eine „rechte Gerechtigkeit“. Und damit wieder den Streit und Kampf um die „richtigere, bessere“ Gerechtigkeit. Der „göttliche“ Gedanke allerdings gründet letztendlich in DER (auch seiner) ALLES (also auch seine Göttlichkeit einbeziehenden) einenden Gerechtigkeit. Wobei es nicht nur bei einer „linken“ und „rechten“ Gerechtigkeit zu Diskrepanzen kommen würde und kommt. Sondern der eigentliche Zwiespalt ergibt sich aus einer „Gerechtigkeit“ nach menschlichem Verständnis und einer „ewig gültigen“ Gerechtigkeit des Lebens (und damit vmtl. einem Gerechtigkeitsverständnis Gottes). Auch hierzu gibt es u. a. in der Bibel eine (bzw. mehrere) Aussagen: „Denn da sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten und ihre eigene [Gerechtigkeit] aufzurichten trachteten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.“ Römer 10.3 oder „Wenn aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit erweist, was wollen wir sagen? Ist Gott etwa ungerecht, der Zorn auferlegt? (Ich rede nach Menschenweise.)“ Römer 3.5 oder „Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.“ Psalm 119.142
Dies sind nur einige Beispiele aus der Bibel, bei welchen es sich um Aussagen handelt, welche völlig unabhängig von Zeit und Personen nach wie vor Gültigkeit haben und auch heute stimmen.

Damit wäre ich dann bei einem weiteren Punkt von Heiner Klein, welchen er ebenfalls richtiger weise anführt: " Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt!" (Joh.15,16) und der evtl. dahingehend weiterführen könnte, was Walter Neumann im Bezug auf „Propheten“ anführt.
Auch wenn sich diese Bibelstelle auf Jesus und seine Apostel bezieht, so ist die Aussage an sich richtig. Möchte dies anhand eines Beispieles deutlich machen.

Woher hat ein „Vier-, bzw. Sechsjähriger (Mozart)“ die Gabe, eine alle Zeiten überdauernde Musik zu komponieren und zu schreiben, wenn nicht daher, dass er ein „Auserwählter“ ist?! Dass er „offen“ und „empfangsbereit“ dafür war und ist, was in „der Luft“ lag umzusetzen?!
Wäre dies eine Frage der „Evolution“ (also erlernbar), müsste es dann nicht „massenweise“ dieser „Künstler“ geben?! Dies gilt auch für alle „anderen Künstler“ dieser Art, oder „Dichtern und Denker“. „Man“ muss schon „auserwählt“, dazu bereit und „offen“ sein, diese „Gaben“ zu empfangen und in die Tat umzusetzen. Dies gilt m. E. eben auch für diejenigen, welche mit Gott, oder mit welchen Gott in einen „Dialog“ treten/tritt.
Und genauso wie eben z. B. ein Mozart sich dessen gar nicht „bewusst“ war und sein konnte, was ihm da „geschah“, genauso ist es (m. E.) mit „Propheten“. Rilke oder auch Goethe beschreiben derartiges ebenfalls. Nämlich dass ihnen Worte „zuflogen“, welche sie nicht mehr losließen, bis sie dieses niedergeschrieben hatten. Derartiges kann man auch „nur GLAUBEN“, aber nicht beweisen, wenn man niemals selbst oder nicht in einer derartigen Lage und Situation war. Wesentlich dabei ist für mich aber auch, dass „Propheten“ KEIN Bewusstsein darüber hatten und haben, was sie da gerade „tun“, bzw. prophezeien. Denn hätten sie ein Bewusstsein darüber, hätten sie dies vmtl. auch ganz anders ausgedrückt und zu „Papier“ gebracht. Und zwar ihrer Zeit gemäß, im Bezug auf ihre aktuelle Wirklichkeit. So aber schrieben sie sich selbst voraus, ehe die Prophezeiungen überhaupt eingetreten waren und Realität wurden. Wer aber (welcher Mensch) würde sich schon bewusst und freiwillig in eine derartig „ver-rückte“ Lage und Situation begeben?! Verbunden mit dem Bewusstsein von all dem „Leid“, welches „Ver-rückten“ immer und immer widerfuhr?!

Wie bemerkte Walter Neumann in seiner letzten Antwort an mich so richtig: „Bei Gott ist NICHTS unmöglich“. Weshalb sollte es „ihm“ dann nicht möglich sein, mit Menschen – welche dazu bereit und offen sind - in „Kontakt“ zu treten?! Selbstredend setzt dies allerdings wieder den GLAUBEN daran voraus, dass „Gott“ existiert. Womit ich dann wieder bei Heiner Klein und seinen völlig richtigen Anmerkungen wäre: „Wäre der Mensch ohne Gott nicht ein vergängliches Wesen inmitten von Vergänglichkeit?“ und Somit hätte sein Dasein keinerlei Wert, auch wenn dem oft mit den
unterschiedlichsten Argumenten widersprochen wird ( Glaube vs. Evolution!). Es bleibtfür mich dabei: Alles, was vergeht, ist doch letztlich (jedenfalls über kurz oder lang ) sinnlos!?
Womit sich der „Kreis“ dann wieder schließt.

Donnerstag, 28. März 2013

etwas verspätet von mir eingestellt die Antwort von Walter Neumann

Sehr geehrter Herr Robert Kroiß.

Mit meiner Äußerung über verstehen und nicht verstehn wollen, wollte ich keinesfalls ausdrücken, dass Sie sich nicht auf ihren Gesprächspartner einstellen und daneben Argumentieren. Vielleicht hätte ich es anders ausdrücken müssen, aber mir ist nichts Besseres in dem Moment eingefallen. Auch bin ich mir bewusst, dass Sie über einen so langen Zeitraum mit mir die Gottesfrage durchdiskutieren, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Ich bedanke mich dafür, dass auch Ihnen daran gelegen ist, unterschiedliche Standpunkte und Sichtweisen mit mir auszutauschen.

Nochmals zur Erläuterung meinerseits bezüglich meiner geäußerten Meinung, dass Sie mich entweder nicht verstehen oder verstehen wollen, bezieht sich darauf, dass Sie immer von Gott als faktisch vorhanden sprechen und aus dieser Sicht dann argumentieren. Siehe:

"Damit würde „er“ allerdings als „Gott/heit“, seiner Verheißung, seinem eigenen Wort (das Wort und der Glaube an selbiges als Grundvoraussetzung der/“seiner“ Schöpfung) selbst unglaubwürdig, widersprechen und zuwider handeln. Denn die primäre Aussage „Gottes“ im Bezug auf seine Schöpfung ist ja, dass er die „Wahrheit“ und „Liebe“ und damit die absolute Freiheit, das LEBEN an sich – und damit selbstredend auch Teil seiner eigenen Schöpfung und nicht ein „außen stehender Diktator“ mit einer von seinem „Denken und Handeln“ abhängiger Schöpfung – sei, an welchem seine ganze Schöpfung teilhaben soll und wird. Dies aber ein „Wachstumsprozess“ ist, wie es in der Schöpfungsgeschichte, bzw. in der Bibel als Ganzes ja GLEICHNISHAFT dargestellt und niedergeschrieben wurde."

Damit legen Sie sich ja im vor hinein fest, dass die Bibel das wahre Wort Gottes sei. Das kann aber nicht die Antwort darauf sein, das ich zweifle, ob es Gott überhaupt gibt und wenn ja, dass er seinen Willen keinem Propheten kundtat, also auch nicht die Bibel Gottes Wort beinhaltet. Wenn Sie schreiben, dass Sie im Gegensatz zu meiner Meinung dazu tendieren oder sich schlüssig sind, dass die Bibel Gottes Wort ist, O.K. für Sie, aber nicht für mich. Dann müssten Sie mir schon erklären, warum die Bibel Gottes Willen widerspiegelt. Ich bezweifle dies nach reiflicher Überlegung, welche ich auch versuchte darzulegen, wie ich für mich zu diesem Schluss komme.

Meine Argumentation geht ja grundsätzlich davon aus, dass es vollkommen Ergebnis offen ist, ob Gott existiert oder nicht. Daher nützt mir dann, wie schon gesagt, auf meine Meinung hin keine Antwort, welche Gott voraussetzt, weil es in der Bibel bezeugt ist. Weiterhin habe ich ja mehrfach mit meinen Worten versucht darzulegen, dass ich nicht an den Auftrag Gottes an irgendeinen Propheten glaube, weil dies für mich Gott letztlich konterkarieren würde, Gottes nicht würdig ist, nicht logisch ist, da er ja alles weiß, was war, ist und sein wird. Die Vielfalt unserer Gedanken, wer und was Gott ist und was er will und was nicht, und was er mit uns vorhat oder nicht, füllt Bände. Dieses Durcheinander hat Gott gewollt und will dann auch noch strafend eingreifen? Allein, dazu fehlt mir der Glaube!

Für mich ist es eine Grundsatzfrage, wer war da? War alles vorhanden ohne Gott, weil es ihn nicht gibt, oder ist alles nur durch Gott vorhanden? Irgendwie ähnlich der Frage, was war zuerst da, Huhn oder Ei? Obwohl es hier darum geht, ob es Gott gibt und er unser Universum erschaffen hat, oder ob das Universum auch ohne Gott vorhanden ist!

Dann möchte ich noch anmerken, wenn NICHTS existiert, gibt es auch keinen Gedanken an Gott! Aber das Universum existiert und wir empfinden uns Real. Daher können wir uns auch Gedanken machen und einen Gott erdenken, das ist doch logisch. Wenn es ihn nicht gibt, bleibt es eine gedankliche Fantasie. Wenn es ihn gibt, jedoch ebenfalls in vielem eine Fantasie, zumindest in der Ausgestaltung Gottes. Was wissen wir schon über die Möglichkeiten, vor allen Dingen aber über den Willen Gottes, was er machen will und was nicht. Für mich stellt sich von meinem Verstand her schon die Grundsatzfrage, können wir uns durch die Evolution entwickelt haben oder bedurfte es dazu das Wirken Gottes. Wenn es Gott nicht gibt, sind wir real existierende Lebewesen inklusive des real existierenden Universums. Wenn es Gott gibt, existieren viele Möglichkeiten, wie dieses, das unser gesamtes Universum nur ein Gedankenspiel Gottes ist. Unser Universum könnte auch ein Regentropfen in einer anderen Welt, mit unendlich größerer Dimension und anderem Zeitablauf sein. Unsere Zeitspanne vom herabfallen aus einer Wolke bis zum Zerplatzen auf dem Boden betrüge Milliarden Jahre, dauerte für die andere Welt aber nur Sekunden. Zugegeben, alles Fantasie, aber mit Gott als Gestalter sind so viele andere Möglichkeiten gegeben, die ich mit diesen beiden nur mal anreißen wollte. Wird natürlich alles nicht sein, es ist aber nichts ausgeschlossen. Nichts ist bei Gott unmöglich!

Es ist auch für mich richtig, Ergebnis offen zu argumentieren. Auch andere Meinungen bzw. Ansichten, Erkenntnisse usw. dann anzunehmen, wenn sie für mich nach Überprüfung, die richtigere Denkweise ist. Zugegeben bin ich in meiner Denkweise ziemlich fest verankert und es ist nicht leicht für mich, etwas anderes "einzubauen". Aber es geht, wenn ich zum Ergebnis komme, das es richtig für mich ist!

Ihren Gedanken:

"Dies ist eben vielleicht der einzige strittige Punkt in unserem Gedankenaustausch. Ich kann mir keinen Gott (oder was auch immer als Lebensschöpfer und -schaffer) vorstellen, der nicht selbst genau DAS erbringen muss, was er von „seiner“ Schöpfung erwartet, was dem/einem Schöpfungsprozess und „seiner Entwicklung“ entspricht."

Kann ich nicht nur nachvollziehen, sondern auch zustimmen. Da haben wir sicherlich keinen Gegensatz. Ich habe es für mich nur anders formuliert. Was sind wir Menschen mit unseren Möglichkeiten, auch Philosophischen, schon gegenüber Gott? Einen unlogisch agierenden Gott kann ich nicht als Gott anerkennen. Gott muss schon gestalterisch sein und garantiert keine sinnlose Hin und Her Zickereien begehen. Daher sind für mich auch das Alte und Neue Testament Widersprüche von Gottes Willen. Ist Gott so kurzsichtig, ihm, wo Milliarden Jahre für uns, bei ihm weniger wie eine Sekunde sind, innerhalb von ein paar Tausend Jahren seine Meinung vom archaischen, strafenden, Opfer erhalten wollenden Gott zu einem alle Menschen liebenden wandeln? Meiner Meinung nach Gottes unwürdig!

Sie gehen mit mir überein, dass der Gott der Kirchen und Religionen nicht Gott sei. Aber der Gott der Bibel ist es Ihrer Meinung nach schon, meiner Meinung nach nicht, wie oben angemerkt.

Natürlich mache ich mir Gedanken darüber, wie Gott sein würde, sein könnte, wenn er denn existierte. Genau so, wie ich mir darüber Gedanken mache, wie es sein könnte, wenn es keinen Gott gäbe. Es gibt für mich die beiden Möglichkeiten Gott ja oder Gott nein. Und bei beiden Möglichkeiten überlege ich tiefer, was dies dann für Auswirkungen, Ausgestaltungen, Einflüsse, auf uns Menschen haben könnte. Da mache ich mir natürlich auch ein Gottesbild, bzw. überlege die Möglichkeiten, wer und was Gott ist und macht und will. Dabei komme ich aber zu dem Schluss, dass ich das alles nicht weiß und auch kein anderer Mensch, es allein in Gottes Hand liegt, uns aufzuklären oder nicht. Und da gefällt mir kein Wischi-Waschi von einer Religionsvielfalt, wo man sich aussuchen kann, was richtig oder falsch ist. Da bin ich fest überzeugt, wenn Gott von uns Menschen etwas Bestimmtes will, dass dieser, sein Wille, uns unzweifelhaft zu teil würde.

Ihre Denkweise ist mir noch etwas klarer geworden. Ich hoffe durch meine Darlegungen ist Ihnen meine Denkweise auch klarer geworden. Für mich ist unser Unterschied in der Denkweise daran festzustellen, dass Sie letztendlich die Bibel als Gottes Wort und Wille an uns Menschen verstehen, ich jedoch nicht und ich vom Ergebnis her weder zur Existenz Gottes oder Nichtexistenz tendiere, Sie mehr zur Existenz Gottes.

Damit verbleibe ich für heute mit freundlichen Grüßen.

Walter Neumann

Dienstag, 26. März 2013

Antwort an Walter Neumann´s Postantwort von heute

Lieber Walter Neumann,

dass mir an Ihren Ausführungen etwas liegt, dürften Sie der jeweiligen Veröffentlichung entnehmen. Dass ich Sie nicht verstehen will, dem muss ich widersprechen. Ich stelle mir selber zumeist auch "nur" Fragen, ohne die tatsächliche Antwort zu kennen. Aber ich gehe eigentlich immer auf Gesagtes, Geschriebenes ein. Und genau deshalb ergeben sich dann auch für mich – aus meiner Sicht – auf Grund des Gesagten "neue" Fragen. Im Prinzip sind wir uns dahingehend einig, dass wir bis dato "nichts", außer dem wissen, was wir eben wissen. Sie lassen aber genauso wie ich offen, was da "noch" kommen könnte. Nur machen wir es von einem unterschiedlichen Ausgangspunkt. Und ich teile durchaus Ihre Auffassung, dass ich auch für mich NICHT beanspruche, mehr oder gar das „Richtige“ zu wissen. Darum geht es m. E. - zumindest für mich – auch nicht. Denn m. E. kann JEDER nur das für sich selbst „Richtige“ wissen. Womit wir dann eben wieder beim Glauben wären. Jeder kann nur für sich glauben, oder eben auch nicht. Auch ich bin – vmtl. auch aus sehr individueller Erfahrung – längst davon „geheilt“, eine „Führerschaft“ zu benötigen. Daraus ergibt sich allerdings auch, wiederum für mich, dass ich NIEMANDEN „führen“ will. Von daher sind meine Gedanken eben auch „nur“ meine Gedanken und haben keinerlei Anspruch auf „Wahrheit“ oder „Richtigkeit“. Aber ich nehme jede Anregung –so eben auch Ihre Gedanken und Anregungen– auf, um MICH und meine Sichtweise immer wieder zu hinterfragen. Lösungen kann m. E. sowieso nur jeder für sich finden. Würde jemand Anderes Lösungen für mich bereit halten, dann wären es „seine“ Lösungen und ich wäre wieder abhängig von dessen Lösungen. 
 
Dies ist eben vielleicht der einzige strittige Punkt in unserem Gedankenaustausch. Ich kann mir keinen Gott (oder was auch immer als Lebensschöpfer und -schaffer) vorstellen, der nicht selbst genau DAS erbringen muss, was er von „seiner“ Schöpfung erwartet, was dem/einem Schöpfungsprozess und „seiner Entwicklung“ entspricht.

Dass der „Gott“ der Kirchen und Religionen nicht „meinem Gottesbild“ entspricht, dürfte meinen Gedanken aber durchaus zu entnehmen sein. Wobei wir dann hier ja auch keiner unterschiedlichen Meinung wären und sind. Weshalb sich bei mir immer mal wieder Gedanken und Fragen bei Ihren Beiträgen ergeben ist, weil ich Ihrer Argumentation dahingehend nicht ganz folgen kann, dass Sie keine Vorstellung von Gott haben, weil Sie ja von seiner Existenz genauso wenig überzeugt sind, wie von seiner Nichtexistenz. In Ihren Beiträgen aber dann doch eine „Vorstellung“ des Gottes der Kirchen und Religionen als „das Gottesbild“,welches ja durchaus anzuzweifeln ist, verwenden. Dies ist die einzige Diskrepanz, welche ich bei Ihren Beiträgen sehe.
Wenn jemand eine Vorstellung von „Gott“ hat, dann wird er sicherlich diese Vorstellung vertreten. Wenn aber Jemand KEINE Vorstellung von Gott hat, erschließt sich mir eine „Argumentation“ über diesen Gott irgendwie überhaupt nicht. Auch keine „negative Vorstellung“ dahingehend, dass dieser Gott entweder über allem stehend, eine „verkorkste“ Schöpfung repräsentieren soll. Oder als „Diktator“ mit einer von ihm und seinem Werk „abhängigen Schöpfung“. 
 
Ich glaube allerdings, dass das Leben an sich, die Schöpfung woher und von wem auch immer geschaffen und gestaltet an und in sich ein LOGISCHER Prozess ist, auch wenn wir diese Logik (noch) nicht erkennen und nachvollziehen können. Und da in den „heiligen Schriften“ (deren primären Aussagen m. E. immer auf ein und demselben gründen; nämlich der Schöpfung und Vollkommenheit, Vollendung des Lebens und dem „Weg“ dahin) in der Quintessenz für „mich“ sehr viele logische Vorgänge des Lebensprozesses beschrieben sind, glaube ich daran, dass es sich dabei um „Schatzkarten“ handelt, welche – wann auch immer – zum „Schatz des Lebens“ führen. Und so nehme ich Beiträge und Argumentationen, welche MIR widersprüchlich erscheinen (wobei die Widersprüchlichkeit ja durchaus in meiner eigenen Sichtweise liegen kann) auf, um die „scheinbaren“ Widersprüchlichkeiten bei MIR und für MICH aufzulösen. Was aber eben meist nur im Austausch mit dem Verfasser des Beitrages, bzw. dessen Argumentation geht. Es hat aber absolut nichts damit zu tun, dass ich mein „Gegenüber“ nicht verstehen will.

In der Hoffnung Ihnen evtl. auch ein wenig verständlicher gemacht zu haben, dass ich mich gerne mit Ihnen – auch bei einer unterschiedlichen Herangehensweise – austausche, verbleibe ich mit ebenfalls freundlichen Gedanken und einem lieben Gruß.