Donnerstag, 20. Dezember 2012

Thema „Glaube“; Fortsetzung und weiterer Beitrag meinerseits

Schenke mir jetzt auch mal die persönlichen Anreden. Denn die Angesprochenen fühlen sich auch angesprochen, ohne dass ich sie explizit beim Namen nenne.

Greife jetzt einfach mal den letzten Beitrag und hier insbesondere das „Beispiel“ vom „Eifelturm“von Demetrius auf, wobei ich dann auch automatisch bei dem letzten Beitrag von Walter Neumann und einer Beantwortung des selbigen bin.

Wir sind uns ja dahingehend alle einig, dass Religion als „Amts-, Institutions- und „Kirchenreligion“ nicht das ist, worüber wir eigentlich diskutieren und von daher auch keine unterschiedlichen Ansichten und Wahrnehmungen haben. Denn „Gott“ ist kein Amtsvorsteher, kein Institutionsverwalter und benötigt von daher auch keine „Stellvertreter“. Das Leben ist von jedem Menschen – unabhängig eines „Gottesbildes“, einer Gottesvorstellung oder einer Evolutionsvorstellung - erfahr- und erkennbar. All diese Vorstellungen entspringen aber dem/einem „GEIST“.

Jeder, der den „Eifelturm“ besuchen möchte, kann sich auf den Weg – es ist seine freie Entscheidung - dorthin machen und dies tun.
Und es tangiert den „Eifelturm“ nicht im geringsten, ob „ich“ von dem Wunsch beseelt bin, an „ihn“ zu glauben, oder nicht. Er existiert ohne mein Dazutun, ob ich mich auf den Weg zu „ihm“ mache und ihn aufsuche, oder eben auch nicht. Zudem gibt es unterschiedliche Möglichkeiten nach „Paris“ und damit zum „Eifelturm“ zu kommen. So gibt es „Straßenkarten“ für die „Fahrt mit dem Auto“ dahin; „Bahnstrecken für Zugfahrten“, „Flugpläne für den Flug“ dorthin. Es gibt selbstredend auch die Möglichkeit, keinerlei Interesse am „Eifelturm“ zu haben und diesen erst gar nicht aufsuchen zu wollen. Aber auch dieses tangiert den „Eifelturm“ in seiner tatsächlichen Existenz nicht im geringsten. Er existiert also auch dann, wenn „ich“ nicht daran glaube, dass er existiert und ihn deshalb auch gar nicht aufsuchen KANN und will.

Diejenigen aber, die „glauben“ , dass sie den „Eifelturm“ (von „ihm“ und seiner Existenz – durch entsprechende Schriften belegt - gehört habend) unbedingt sehen wollen, müssen
a) an die Schriften (Religion im ursprünglichsten und wahrhaftem Sinne) glauben, dass es „ihn“ gibt und er somit „auffindbar“ ist;
b) sich auf den (unterschiedlich beschreitbaren) Weg machen, um
c) ihren (berechtigten und bestätigten) Glauben und ihre ( tatsächliche und wahre) Erkenntnis und damit die „Existenz“ des „Eifelturms“ bestätigt zu finden.

Diese „Erkenntnis und Erfahrung“ kann aber niemals ein Mensch für einen anderen machen. Wo aber mehr als ein Mensch DIESELBE Erkenntnis und Erfahrung gemacht hat, bedarf es KEINERLEI Beweises mehr. Denn sie WISSEN Beide ja das selbe. Sie haben dieselbe Erkenntnis.
Wenn jetzt „einer“ von seiner „Erfahrung“ und „Erkenntnis“ bzgl. des „Eifelturms“ spricht oder schreibt; ein anderer ebenfalls seine „Erfahrung“ und „Erkenntnis“ im Bezug auf den „Eifelturm“ gemacht hat, werden sich die Beiden absolut darin verstehen, worüber sie sprechen. Sie müssen dabei nicht einmal zur selben Zeit, am selben Ort diese Erfahrung gemacht und ihre Erkenntnisse erlangt haben.
Dies kann völlig unabhängig voneinander geschehen. Aber es wird die übereinstimmende Erkenntnis der Existenz des „Eifelturms“ bestätigen. Und die Existenz des „Eifelturm“ ist davon völlig UNABHÄNGIG.
Und genauso, wie uns vom „Bau des Eifelturms“ heute nur die „Baupläne“, der Name des Architekts und des Bauherrn durch ÜBERLIEFERUNG (weil wir ja beim Beginn und Bau des Bauwerks nicht selbst – und damit BEWUSST - dabei waren) bekannt sind, verhält es sich m. E. mit der Religion der wahrhaft „Weisen“. Wir müssten dem überlieferten „Bauplan“ glauben, diesen exakt nachvollziehen, um damit den „Eifelturm“ absolut identisch „nachbauen“ und damit sein „SEIN“ in all seinen Details BEWUSST verstehen zu können. Ansonsten bliebe ja „nur“ die BeWUNDERung darüber, was möglich und machbar ist und im Hier und Heute existiert.

Womit ich dann bei den „Kirchen“ und deren „Bauplänen“ wäre. So haben die „Stellvertreter“ der Religionen sich NICHT an die Baupläne gehalten, aber trotzdem behauptet, sie hätten die Erkenntnis darüber und den „Eifelturm“ gebaut und nun in ihrer Verwaltung. Sie verlangen „Eintritt“ dafür, dass Menschen dieses „Bauwerk“ selbst besuchen und betreten dürften. Sie beriefen und berufen sich zwar stets auf den „Architekten“, haben aber ihr eigenes „Baumaterial“ dabei eingebracht und verwendet. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass bei ihrem „Handwerk“ und ihrer Verwaltung einiges so schief gegangen ist und weiterhin schief geht.

In der Bibel ist dies am Gleichnis vom Turmbau zu Babel ja sehr deutlich mit der „Sprachverwirrung“ beschrieben. Man „baute“ an einem „Turm in den Himmel zu Gott“ und KEINER verstand mehr den anderen. Deshalb z. B. auch die ständigen Streitereien zwischen den Theologen und den Wissenschaften. Wobei ja selbst innerhalb und untereinander – also sowohl bei den Theologen, als auch bei den Wissenschaften – nach wie vor heftigst darum gestritten wird, wer nun die „wahre Erkenntnis“ im Bezug auf „die Schöpfung“ und damit das Leben habe.

Noch kurz zum „Samenkorn“. Egal ob der Zufall oder „ein Gott“ das Samenkorn säte. Aus diesem Samenkorn KANN NUR entstehen, was in ihm enthalten ist. Wenn darin der „Zufall“ gesät ist, dann kann NUR Zufall daraus entstehen. Aber dann sind sämtliche Erkenntnisse – auch und insbesondere der Wissenschaften, welche angeblich „Beweise“ (für was auch immer) lieferten – reine Zufallsprodukte und damit letztlich NICHT haltbar, weil ja – auch dem künftigen - Zufall unterworfen. Gibt es allerdings eine „angelegte Ordnung“ in dem „Samenkorn“, dann kann sich daraus auch nur die bereits angelegt Ordnung entwickeln und zu „ernten“ sein.

Und wie Sie, lieber Walter Neumann ja richtig bemerkten: „Ob Laotse wirklich existierte oder seine Erkenntnisse nur aufgezeichnet und einer fiktiven Person zugeordnet wurden, ist meiner Meinung nach unerheblich. Der Geist der Worte, die daraus sprechen, sind der Nachwelt überliefert und relevant, so wie die Worte von Jesus.“ gilt dies für alle „Weisen“. Die Existenz der „überlieferten Worte und Wahrheiten“ sind völlig unabhängig davon, ob diejenigen, welchen man diese Worte und Weisheiten zuschreibt tatsächlich real existierten oder nicht. Die Worte und Weisheiten sind der Ausdruck von „ewigen Erkenntnissen“ im Bezug auf das Leben. Welche allerdings auch „nur“ deshalb existieren (können), weil sie eben dem Leben entspringen (also aus einem „Lebenskorn“ nur wieder Leben erwachsen kann).

Zu diesem ganzen „Themenbereich“ gehörten m. E. auch noch die „Erkenntnisse“ im Bezug auf Verantwortung, Recht und Gesetz, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, welche ja maßgeblich für unser „Dasein“ in seiner alltäglichen und diesem Ausdruck verleihenden Form sind. Wir würden ja überhaupt nicht diskutieren, wenn der „Zufall“ oder „Gott“ für ein „Dasein“, in welchem Recht und Gesetz NICHT für ein derartiges „Chaos“, wie wir es alltäglich vorfinden, gesorgt hätten.
Wenn „unser“ Vertrauen in das Leben gerechtfertigt wäre.

Damit will ich es vorerst belassen und mich auf den weiteren Fortgang – da ja eins zum andern führt, wenn man das Leben als GANZES betrachtet - unserer Beiträge freuen.

In diesem Sinne, liebe Grüße

Robert


Mittwoch, 19. Dezember 2012

Thema "Glauben"; weitere Antwort von Demetrius Degen



Sehr geehrter Herr Walter Neumann,

wenn man vom reinen Kirchenglauben ausgeht, kann ich Ihren Ausführungen nur zustimmen. Nicht nur im Christentum, sondern auch im Buddhismus und Hinduismus, sind diese Fehlentwicklungen (falsche Deutung von ursprünglich wahren Aussagen) deutlich zu sehen. Auch würde ich an einen Gott, der EINEN Kirchenglauben vorzieht (nur die Katholiken kommen in den „Himmel“) nicht glauben.

Doch Religion – und darum geht es – ist unabhängig von Kirchen oder Institutionen zu sehen.
Religion ist eine ANLEITUNG, um den Weg zur „Vollendung“ (Einheit – wie auch immer) zu finden. Das ist ein spiritueller und geistiger Weg, ein Weg der ERKENNTNIS (nicht des blinden Glaubens).

Mit den Augen kann man etwas sehen, und wenn man etwas gesehen hat, kann man sagen – ich weiß es.
Es ist bekannt, in Paris steht ein Eifelturm. Das wird im Allgemeinen als Wissen angesehen. Doch wer noch nicht SELBST in Paris war, und den Eifelturm mit eigenen Augen gesehen hat, der dürfte nur sagen – ich GLAUBE, daß in Paris ein Eifelturm steht. Denn er hat ihn NICHT SELBST gesehen.

Mit dem geistigen „Auge“ verhält es sich in ähnlicher Weise. Der Geist kann „BLIND“ alles annehmen, was über die Sinne für WAHR genommen wird. Doch auch der Geist hat die Fähigkeit, etwas SELBST als Wahr zu Erkennen. Das nennt man dann ERKENNTNIS. Diese Erkenntnis entspricht dann dem tatsächlichen SELBST sehen des Auges. Der kann dann auch sagen – ich weiß, daß es so ist!

Man mag beweisen können, was man mit dem Auge selbst gesehen hat. Doch man kann eben leider nicht beweisen, was man mit dem Geist selbst erkannt hat. Da liegt das Problem, und da wird es auch immer liegen. Denn wenn es irgendetwas zu beweisen gäbe, dann hätten es die geistigen Größen der alten Zeiten längst getan.

Früher glaubten die Massen BLIND den Kirchen. Heute glauben die Massen genau so BLIND der Wissenschaft. Der blinde Glaube hat sich nur von der Kirche zur Wissenschaft verschoben.
Ohne Zweifel hat die Wissenschaft zwischenzeitlich sehr viel erkannt. Doch genauso ohne Zweifel haben die Großen des Geistes sehr viel – wenn nicht alles – erkannt.
So weit es die Schriften der Religionen betrifft, sind diese noch ziemlich unverfälscht. (Übersetzungsfehler sind nicht sonderlich erheblich). Jeder ernsthaft suchende, kann aus ihnen noch eigene Erkenntnis gewinnen.

Die Wissenschaft hat bisher ihre Theorien im Laufe der Jahrhunderte immer wieder SELBST widerlegt (erneuert). Doch die Religionen hat noch keiner widerlegt – höchstens das alte wissen verfälscht. Aber ich bin auch der Meinung, daß nach 2000 und mehr Jahren, das Wissen der Religionen, dem heutigen Verständnis der Menschheit entsprechend, auf der Basis von Logik und Vernunft - neu erklärt (nicht angepasst) werden müsste.

Das Volk muß sich der Religion, und nicht die Religion dem Volk anpassen.
Religion ist eine Frage der Ausübung (Praxis) von Regulierungen des Geistes, und nicht des Hinsetzens und Glaubens.   

Bhagavad Gita: „Wer den Geist beherrscht, dem ist der Geist der größte Freund. Wer ihn aber nicht beherrscht, dem ist der gleiche Geist der größte Feind“.
Das ist Religion.

Liebe Grüße,

Dienstag, 18. Dezember 2012

Thema "Glauben"; weitere Antwort von Walter Neumann

Sehr geehrter Robert Kroiß.

Gerne nehme ich an weiteren Gesprächen, auch mit weiteren Diskutanten, wie Herrn Degen teil.

Zurückkommen möchte ich zuerst auf Ihre Antwort vom 8. Dez. 12, worin Sie vermuten, ich würde Ihnen unterstellen, "dass Menschen mit festem Gottesglauben, mehr von dem Wunsch beseelt sind, dass Gott existiert.“ Dies glaube (!) – immer ist das Wort <Glaube> präsent, wenn man etwas nicht weis – ich fest. Es muss nicht auf Sie und auch nicht auf andere zutreffend sein, aber sicherlich auf Viele! Gestützt auf Gespräche mit "Glaubenden" kam meist heraus, dass sie sich das ewige Leben wünschen und darauf hoffen, dass es ihnen zuteil wird, wenn sie "Glauben" Glauben an das, was ihnen die Kirche vorgibt, um das ewige Seelenheil zu finden. Da aber alle Sünder sind, dürfen sie zur Vergebung ihrer Sünden beichten gehen und ihre Sünden werden ihnen erlassen und die Seele geht nicht verloren. In der Beichte sind sie dann jedoch wieder so schinant, dass sie lieber etwas beichten, was sie nicht getan haben, als dass, was sie wirklich gesündigt haben. Wie gesagt, trifft es bestimmt nicht auf alle zu, aber auf Viele!

Wer glaubt, der befürchtet doch, dass sein Glaube falsch sei und Gott eventuell nicht existieren könnte und sein Glaube dann falsch wäre, alles für die Katz. Die ganze Lebenseinstellung und das ganze Tun, was auf den Glauben ausgerichtet ist. Wenn Gott nicht existierte, würden sie anders vorgehen, anders Leben, eine andere Einstellung zum Leben haben. Ob die dann positiver wäre, ist bei Vielen zumindest fraglich.

Es gibt auch genug Menschen, die im Glauben an Gott Trost, besonders bei schweren Schicksalen, finden. Die dann ihr "Los" besser tragen können. Da sollte man die Religion nicht verachten, da ist sie Lebenshilfe!

Ich sprach ja nicht von Agnostikern bzw. Atheisten, sondern von fest an Gott glaubenden. Für diese ist ein Nachdenken darüber, ob es Gott überhaupt gibt, schon Häresie! Sie beschreiben das Verhalten der kath. Kirche bei der Missionierung Deutschlands, ja in ihrem hiesigen Beitrag vom 11. Dez. 12 in brutaler Offenheit, wer nicht für das Christentum war, war vogelfrei, wurde wenn möglich getötet!

Wie verlangt Jesus laut der Apostelgeschichte? Glaube, ohne zu wissen! Genau nach diesem Motto arbeiten aber die Religionen. Keiner weis es, aber es wird behauptet, dass es so und so sei und du Gläubiger hast dies ohne zu wissen, zu Glauben! Dabei darf man auch noch den Glauben je nach Jahreszeit, Epoche, Religionsführer auslegen und letztendlich verändern. Wer vor 500 Jahren die Glaubensvorgaben der kath. Kirche mit dem vergleicht, was die kath. Kirche heute vorgibt, würde radikale Unterschiede feststellen!

Das bedeutet aber für mich im Rückkehrschluss, die Kirche verarscht die Gläubigen. Der Glaube wird dem Zeitgeist angepasst und ist KEIN Gottesglaube mehr, sondern nur der Glaube an die einzig selig machende Kirche. Darauf aber kann man doch verzichten!

Ich kann mir selber vorgeben, was ich glauben will und was nicht. Dafür brauche ich keine "Vorbeter"! Zumindest heute nicht mehr, in der Jugend bin ich einfach gefolgt, ohne groß zu hinterfragen!

Für heute will ich damit schließen, dass ich auch der Meinung bin, wenn Gott existiert, dass er nicht ein solcher Kleingeist ist und seine Worte = Vorgaben an und für uns Menschen in die Hand von Menschen (Mittler) gibt, die doch alles zu ihrem eigenen Nutzen umbiegen. Wenn nicht der Erste in der Kette der Überlieferer, dann der Zweite oder Dritte! Irgendwann kommt hinten was anderes raus, wie vorne von Gott hereingegeben. Wenn er das nicht über uns Menschen und unseren Charakter weis, wer denn dann?

Wenn Sie das Samenkorn als Vergleich nehmen, dann kann dies zu Ende gedacht nicht sein! Für uns in der evolutionären Entwicklung auf unserer Erde und auch der des gesamten Universums, ja. Aber wenn das Universum von alleine entstanden ist, oder sich durch den Urknall so entwickelt hat, wer will es dann als Samenkorn quasi, oder als Anlage sich so zu verhalten, eingegeben haben? Dann doch Gott? Aber dann ist es nur eine Ebene höher angesiedelt, wie ich schon mal bemerkte. Wer hat dann Gott diesen Samen eingegeben oder diese Anlagen in Gott als Weitergeber angelegt? Irgendwann gab es einen Anfang ohne Vorgaben! Die Entwicklung ist entweder zufällig oder von Gott gewollt. Er hätte auch anderes vorgeben können (ein anderes Samenkorn)!

Und noch ein Wort zum Abschluss, einen Gott, der die Erbsünde vergibt, um sie dann über Mord und Totschlag wieder zurückzunehmen, oder ein Gott, der einem Selbstmörder, wenn er andere Menschen mit in den Tod nimmt, 99 Jungfrauen in seinem Himmelreich verspricht, ehrlich, bei diesem Gott möchte ich nicht ewig leben müssen, das wäre für mich eine geistige Tortur. Solch einen Gott lehne ich für mich unbedingt ab! Kann ich auch ungezwungen, weil ich fest daran glaube (!), dass Gott als Schöpfer unseres Universums nicht ein solcher Kleingeist sein kann und wird! Das ist leider alles Menschenwerk, Menschengedanken zur Disziplinierung und daher von uns heutigen Menschen, die Zugang zu Bildung und Wissen haben, unbedingt abzulehnen!

Ob Laotse wirklich existierte oder seine Erkenntnisse nur aufgezeichnet und einer fiktiven Person zugeordnet wurden, ist meiner Meinung nach unerheblich. Der Geist der Worte, die daraus sprechen, sind der Nachwelt überliefert und relevant, so wie die Worte von Jesus. Aber es sind Worte, Erkenntnisse von Menschen, die versuchen, hinter Geheimnisse, göttliche Geheimnisse zu kommen und zu erklären. Halt so wie wir, wenn wohl auch mit weniger Verstand die solche Geisteskoryphäen.

Mit freundlichen Grüßen

Walter Neumann



Mittwoch, 12. Dezember 2012

Anne Will Inhalt Sendung vom 12. Dezember 2012

Merkel gegen Steinbrück - wer ist glaubwürdiger?

Dazu fiel mir nur folgendes - von mir abgeändertes - Gedicht ein, welches ich auch als Beitrag im AW-Blog eingestellt habe:


Von drauss’ vom Lande komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr! 


Allüberall auf den Talkshowsitzen
Sah ich die Weisen ihre Mäuler spitzen;
Und droben vor dem Brandenburger Tor
Sah mit großen Augen die Merkel hervor; 


Und wie ich so strolcht’ durch den finstern Tann,
Da rief sie mich mit heller Stimme an:
He Steinbrück, rief sie, mit einer Stimme klar und hell
Heb` die Beine und spute Dich schnell! 


Die Kerzen fangen zu brennen an,
Der Schutzschirm der ist aufgetan,
Alt’ und Junge sollen nun
vom Aufschwung ihre Käufe tun


Und morgen wird auf der globalen Erden,
Für alle Menschen wieder Weihnacht` werden!” 


Und Steinbrück sprach:: “O liebe Kanzlerin
Wo soll ich mit dem ganzen Money hin
das mir der Zuhörer so gerne gab
und ich seit Jahren eingenommen hab`.” 


“Hast denn ein Wahlprogramm bei dir?”
und Steinbrück sprach: “mein Wahlprogramm ist hier“:
Mit wem das Volk im nächsten Jahre
und zukünftig auch besser fahre


„Egal, was dieses Stimmvieh meint,
wir haben sie noch stets geleimt“


“Hast denn ne` Rute auch bei dir?”
Steinbrück sprach: “Die hab` ich auch bei mir“; 


Die für die Faulen nur, die schlechten,
da trifft sie auf den Teil, den rechten.”
Die`s einfach haben nicht kapiert,
die Welt ist jetzt globalisiert.“


Christkindlein Merkel sprach:” So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!


Lass uns das zweite Mal ein Licht anzünden
mit Medien und Talkshows uns verbünden,
damit auch allen werde klar,
es bleibt wie´s ist und immer war!” 


Von drauss’ vom Lande komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr! 


Nun sprecht, wie ich’s hier in der Talkshow find`!
Glaubwürdigkeit der andern zu betrachten
und in den Medien dies auszuschlachten
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind? 


ist so, als würden mit den Wölfen heulen
und nach Athen zu tragen Eulen
jene, die davon doch besten´s leben
von denen, die nach Amt und Würden streben


In ihrem Schatten, die Neugier geweckt
werden die Stiefel gerne geleckt
vom „Christkind“ und vom „Weihnachtsmann“
man ist ja gerne Untertan


Und vor den Schlitten wird gespannt
wie Ochs und Esel oder Rind
das Volk im ganzen Land
weil alle nur das Stimmvieh sind


Frei nach Theodor Storm



 

 

 

 

Dienstag, 11. Dezember 2012

Thema „Glauben“ Neu - Demetrius Degen.



Hallo,
zunächst meinen Dank an Robert – für die Einladung, mich an dieser Diskussion über Religion zu beteiligen.

Hallo Herr Walter Neumann,
ich hoffe, Sie sind mit meiner Teilnahme an dieser Diskussion einverstanden. Vielleicht kann ich ja ein paar Informationen beisteuern, welche zum Nachdenken verleiten.

Daher zunächst einmal grundlegend zur Religion.
Religion war im Ursprung NICHT für die Masse bestimmt, sondern nur für „ausgewählte“ Schüler eines „Lehrmeisters“ wie auch immer genannt.
Dem Volk gab man die 10 Gebote zur Regulierung für ein vernünftiges Zusammenleben. Dazu gab man ihm einen strafenden Gott (bei bösen Taten) und einen belohnenden Gott (bei guten Taten). Auf diese Art brauchte man dem Volk nicht viel zu erklären. Das Ganze hat mit wahrer Religion noch so gut wie nichts zu tun.  

Bibel: Der reiche Prasse sagte zu Jesus: „Ich halte die 10 Gebote – was kann ich mehr tun“?
Jesus sagte: „Gib all Dein Reichtum den Armen, und folge mir nach“!
HIER fängt Religion an.
Man achte darauf, auch der Buddha sagte: „Der verlässt einen kleinen oder großen Besitz, eine kleine oder große Familie, und zieht aus dem Haus in die HAUSLOSIGKLEIT“!

Jesus – rief die Armen: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid“!
Auch bei Buddha war die Grundvoraussetzung, um in die Lehre einzutreten – „Das Übel dieser Welt zu erkennen“!
Somit riefen BEIDE die Menschen, denen es nicht besonders gut ging – oder die tatsächlich bereit waren, auf ihren Reichtum zu verzichten. Das haben sich dann natürlich die Kirchen zum Nutzen gemacht.
In der heutigen Zeit ist Religion zwar weit verbreitet (jeder kann überall nachlesen), aber schlichtweg zum großen Teil verfälscht – auch von den Kirchen und Institutionen. Besonders die Jugendlichen tun mir leid, welche vielleicht doch die Wahrheit suchen, sich aber in der unendlichen Vielfalt von Angeboten verirren.     

Das PRINZIP der Religionen ist GLEICH. Doch gibt es 2 mögliche Vorstellungen von einem Gott.
Die Persönliche Vorstellung (als Person), und die Unpersönliche Vorstellung (als Prinzip).
Buddhismus ist Analyse, und Logik. Christentum (und Bhagavad Gita) ist Herz und Liebe.
Doch letztendlich führen beide zum gleichen Ziel. Da Herz und Verstand (Logik und Gefühl – Wissen und Glauben) zusammen gehören. Link: http://www.demetrius-degen.de/zeit-themen/mensch03.htm

Um etwas zu lieben, brauche ich einen persönlichen Gott. Um etwas zu verstehen (Gott als Prinzip), brauche ich das nicht.
Ich zeigte nur die 2 WEGE die am Ende zur EINHEIT führen. Einer über Logik und Analyse (Buddhismus), und der Andere über Glaube und Liebe (Christentum). Der Liebende kommt am Ende zur Erkenntnis, und der Erkennende kommt am Ende zur Liebe. Dann sind BEIDE gleich, und kommen auch im Geiste zum gleichen Ergebnis.
So wie eben manche Menschen mehr nach ihrem Herzen leben, und Andere mehr nach dem Verstand handeln. (Der Buddha hat seine Lehre schließlich auch aus Mitleid verkündet – und Schopenhauer sagt: „Mitleid ist die höchste Stufe der Liebe)
Wer den Weg der Erkenntnis zu Liebe zeigen will, braucht keinen persönlichen Gott den man liebt. Ein unpersönliches Gesetz oder Prinzip kann man nicht lieben, sondern nur erkennen und verstehen.
Wenn aber jemand den Weg der Liebe zur Erkenntnis zeigen will, dann muß er dem Volk einen persönlichen Gott geben (der liebende und beschützende Vater), weil der Mensch eben nur etwas persönliches lieben kann.

Die 3 Arten des Yoga:
Bhakti-yoga = Hingebungsvolles DIENEN. Also seinem Gott dienen, und alle Handlungen IHM hingeben. (also – kein Eigennutz) Was natürlich auch eine INNIGE Beziehung zu einem Gott voraussetzt.
Sinnbildlich so, wie wenn ich für meinen Chef arbeite, und alles mache, um meinen Chef zufrieden zu stellen – doch für dieses Handeln keinen Lohn erwarte.

Karma-yoga = Auf die Früchte seines Handelns zu VERZICHTEN. Was bedeutet, daß man auf sein Handeln NICHTS für SICH (kein ERGEBNIS für SICH) erwarten soll oder darf. (also – kein Eigennutz). Für dieses Handeln ist ein Glaube an einen Gott nicht unbedingt erforderlich. Aber SELBSTLOSIGKEIT!

Raja-yoga = Die Kontrolle des Geistes. Der schnellste, aber auch der schwierigste Weg. Hier geht es darum, sich im Geiste von der Anhaftung (Bindung) an die materielle Welt (Zu- und Abneigung, Begehren und Eigennutz) zu befreien.
Anders ausgedrückt: Sich (seinen Geist) durch die Sinneswahrnehmung, NICHT beeinflussen zu lassen.  Diesen Weg zeigt auch der Buddha, und er ist rein auf der LOGIK aufgebaut. Daher benötigt er auch keinen Gottesglauben.

Was nun die Bibel betrifft, so ist diese reine Symbolik.
Bei Interesse, kann ich das gerne weiter ausführen.

Liebe Grüße,